Ukrainische Schicksalsjahre 2013–2019

Schneider-Deters, Winfried

Ukrainische Schicksalsjahre 2013–2019

Band 2: Die Annexion der Krim und der Krieg im Donbass

Bestell-Nr 5107
ISBN 978-3-8305-5107-2
erschienen 15.04.2021
Format Hardcover
Umfang 882 S.
Gewicht 1517 g
Preis 80,00
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Band 1 | Beide Bände im Paket

Die Jahre 2013–2019 waren für die Ukraine beinahe ebenso bedeutsam wie die Erlangung der Unabhängigkeit 1991, denn eben diese drohte sie nach dem Sieg des „Majdan“ wieder zu verlieren.
Der landesweite Volksaufstand gegen das Regime des Präsidenten Janukowytsch führte zur Machübernahme durch die parlamentarische Opposition – und zu einem Einflussverlust Russlands. Vor der Drohkulisse des Aufmarsches russischer Truppen entlang der Grenze versuchten russische Agenten daher im Osten und Süden der Ukraine ein „Krim-Szenarium“ herbeizuführen, d. h. die Abspaltung des südöstlichen Landesteils. Den so entstandenen „Ukraine-Konflikt“, der in Wahrheit kein Bürgerkrieg ist, sondern ein russischer Zermürbungskrieg gegen die Ukraine, will Präsident Putin im Minsk-Prozess zu seinen Bedingungen lösen: durch einen de facto von Kiew unabhängigen, „autonomen“ Teil des Donbass im ukrainischen Staat – als Hebel für russische politische Einflussnahme.
Der renommierte Ukraineexperte Winfried Schneider-Deters analysiert detailliert und narrativ die Geschehnisse von 2013 bis 2019 und stellt den russisch-ukrainischen Konflikt in den Kontext des anbrechenden „chinesischen Jahrhunderts“.
Der Autor
Winfried Schneider-Deters, geb. 1938, Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Heidelberg. 1975–2003 Leiter von nationalen und regionalen Projekten der Friedrich-Ebert-Stiftung in Lateinamerika, Ostasien, Zentralasien und im Südkaukasus. 1996–2000 Aufbau und Leitung des „Kooperationsbüros Ukraine“ der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiew. Seit 2004 freier Autor (Veröffentlichungen zur Innen- und Außenpolitik der Ukraine).

Drei Fragen an Winfried Schneider-Deters
Welche Bedeutung hat die Ukraine für Deutschland?
Präsident Putin verfolgt eine anachronistische „Neuordnung“ der Welt – ihre Aufteilung in „Einflusszonen“. Deutschland – und die EU – müssen der neo-imperialen „Geopolitik“ des Kreml ihre eigenen globalen Ordnungsprinzipien entgegensetzen: Herrschaft des Völkerrechts, internationale Institutionen... Die Ukraine spielt in dieser Auseinandersetzung eine zentrale Rolle.

Welche Entwicklung hat Sie als Ukrainekenner 2013–2019 überrascht?
Der „Majdan“; ich hatte es nicht für möglich gehalten, dass nur 10 Jahre nach der „Orangenen Revolution“ ein neuer Volksaufstand ausbrechen würde. Überrascht hat mich auch die Flucht des Präsidenten Janukowytsch.

Was erwarten Sie für die nächsten Jahre?
Putin wird seinen Anspruch auf Reintegration der Ukraine in die „Einflusssphäre“ Moskaus nicht aufgeben. Diesem Ziel dient der Krieg „auf kleiner Flamme“ im Donbass. Die im „Minsk-Prozess“ verfolgte „Autonomie“ bezweckt russische Einflussnahme auf Kiew. Die annektierte Krim bleibt ein „eingefrorener Konflikt“.
Rezensionen
„Ein sehr vollständiges, tiefgehendes und sehr detailliertes Bild der Ereignisse und Politik in den Jahren 2013–2019 in der Ukraine.“
– Serhij Vlasov, foreignpolicy.com.ua, 28.07.2021

„Eine überaus informative Dokumentation zu einem überflüssigen Konflikt, dessen Ende offen ist.“
– Klaus Steinke, Informationsmittel für Bibliotheken 29 (2021)