Europäisches Journal für Minderheitenfragen Heft 01-02/2016, Jg. 9

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Vogt, Matthias Theodor; Fritzsche, Erik; Meißelbach, Christoph

Europäisches Journal für Minderheitenfragen Heft 01-02/2016, Jg. 9

Ankommen in der deutschen Lebenswelt. Migranten-Enkulturation und regionale Resilienz in der Einen Welt

Erscheinungsjahr 2016
Preis 78,10inkl. ges. MwSt.
ISBN 978-3-8305-3716-8
Bestell-Nr. 3716
Gewicht 782 g
Sachgruppe Politik
Rubrik EJM - Europäisches Journal für Minderheitenfragen
Einband kartoniert
Sprache deutsch
Umfang 524 S.
Lagerbestand: Auf Lager

 

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Ausschnitt aus einem Interview mit Prof. Dr. Matthias Theodor Vogt (SPIEGEL ONLINE, Alexander Smoltczyk, 04. Mai 2017)

SPIEGEL: Sie haben eine Studie über das "Ankommen in der deutschen Lebenswelt" verfasst. Darin ist viel von "Heimat" die Rede. Taugt der Begriff für die Flüchtlingsdebatte?

Matthias Theodor Vogt: Natürlich. Sofern man "Heimat" im Sinne Ernst Blochs versteht: Heimat als Aufgabe. Bloch sagt: "Was allen in die Kindheit scheint und wo noch keiner war". Damit löst er die Heimat von der bloßen Herkunft ab und definiert sie als Leistung des tätigen Menschen, sich einen Raum - und auch eine Zeit - geistig und sinnlich zu erobern. Wir haben eine klare Beziehung zum Raum. Je enger Menschen zusammenwohnen, desto stärker ist die Notwendigkeit gegenseitiger Rücksichtnahme. Wer in ein bestimmtes Territorium hineingeboren wurde, hat von seiner Familie Werte mitbekommen, die ein Miteinander erst ermöglichen.

SPIEGEL: Und was bedeutet das konkret für Flüchtlinge?

Vogt: Wenn ich, zum Beispiel als Flüchtling, in einem neuen Raum heimisch werden will, muss ich dessen Werte erkennen, akzeptieren und anwenden, um mir hier eine Neue Heimat zu schaffen.

SPIEGEL:Heimat mitten in der Globalisierung?

Vogt: Es gibt einen Mainstream, Globalisierung nicht kulturell zu hinterfragen und die mit ihr verbundene Ortlosigkeit nicht als politisches Problem zu sehen. Wenn ich aber beginne, von der Beziehung zum Raum abzusehen und denke, alles ist eins, ergibt sich eine sehr große Fehlstelle. Und mit dieser Fehlstelle wird derzeit eine massiv vereinfachende Politik gemacht.

Quelle: SPIEGEL ONLINE


Über „Ankommen in der deutschen Lebenswelt“:

Das Wir in „Wir schaffen das!“ hat einen zweifachen Fokus: die Aufnahmegesellschaft und die Aufzunehmenden. Diese Analyse ist deutschlandweit die erste Studie, die Potentiale und Schwierigkeiten der Kulturaneignung im Integrationsprozess untersucht und dabei beide Gruppen in den Blick nimmt.
Den Ausgangspunkt der einjährigen Untersuchungen bilden Interviews mit zwanzig Verantwortungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Kunst sowie rund zweihundert Polizisten. Die weiteren Analysen zeigen, dass ein erhebliches Theorie- und Datendefizit für die Kulturaneignungsprozesse vorliegt. Gleichzeitig werden strukturelle Schwächen des deutschen Staates deutlich, die nun in den politischen Verwerfungen der sogenannten Flüchtlingskrise sichtbarer geworden sind.
Mit Handlungsempfehlungen zeigen die Autoren auf, wie Integration funktionieren, eine mentale oder räumliche Ghettobildung vermieden werden und eine höhere Kohäsion der bundesdeutschen Gesellschaft erreicht werden könnte. In der Studie findet der Leser eine Vielzahl von Perspektiven und Argumenten, die über die bisherige Diskussion um Zuwanderung, Enkulturation und Integration weit hinausreichen.

Dieses Buch enthält 72 s/w und 1 farb. Abb.


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