BWV - Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH
Image 1 / 2009
Osteuropa-Wirtschaft Ausgabe 1 / 2009
Sowohl Wirtschaftswissenschaftler als auch Praktiker berichten und analysieren in Aufsätzen über Wirtschaftsentwicklung, Transformationsprobleme und -fortschritte, strukturelle Besonderheiten und Wirtschaftspolitik in den Ländern Mittelosteuropas und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie über Besonderheiten des Ost-West-Handels. Konferenzberichte informieren über einschlägige Fachtagungen und Buchbesprechungen halten die Leserschaft über wichtige Neuerscheinungen auf dem Laufenden. Osteuropa-Wirtschaft ist damit die führende wirtschaftswissenschaftliche Spezialzeitschrift mit starker Politik- und Praxisorientierung im Bereich Ostökonomie.
Doppelheft 1-2/2009
Aufsätze
2 Die Nabucco-Gaspipeline: Probleme und Alternativen
Die Nabucco-Pipeline soll dem europäischen Absatzmarkt neue Gaslieferanten außerhalb Russlands zugänglich machen und einen Gastransportweg eröffnen, der nicht über russisches Territorium verläuft. Als Gaslieferanten für Nabucco kommen längerfristig zwar mehrere zentralasiatische und nahöstliche Länder in Frage, doch kann auf absehbare Zeit nur mit Lieferungen aus Aserbaidschan gerechnet werden. Für eine umfassende Beurteilung der Nabucco-Pipeline müssen auch andere, alternative Pipelinerouten berücksichtigt werden, die ebenfalls durch den Schwarzmeerraum nach Westen führen sollen, nämlich die geplante South Stream-Unterwasserpipeline durch das Schwarze Meer nach Bulgarien mit Fortsetzung Richtung Balkan sowie die ebenfalls diskutierte White Stream- Unterwassepipeline von Georgien Richtung Ukraine. Von den konkurrierenden Pipelineprojekten hat die South Stream die besten Realisierungschancen, würde aber Nabucco weder verhindern noch ersetzen. Die Versorgungssicherheit Europas wird durch Nabucco nicht wesentlich erhöht, da nur wenige Prozent des Gasimports durch diese Pipeline erfolgen werden. Andererseits verfügt Europa neben dem Bau von zusätzlichen Pipelines über eine Vielzahl von Versorgungswegen, Instrumenten und Maßnahmen, um seine Versorgungssicherheit bei Erdgas zu verbessern.
3 Internationales Verlagsmarketing in Mittel- und Osteuropa
Die Internationalisierung der Verlagsaktivitäten deutscher Großverlage in die Länder in Mittel- und Osteuropa bildet einen Schwerpunkt ihrer unternehmerischen Tätigkeit. Aufgrund stagnierender Umsätze und eines sich ändernden Mediennutzungsverhaltens der Leserschaft im Inland werden kontinuierlich Erfolgspotenziale im Ausland gesucht und sukzessiv erschlossen. Der Beitrag analysiert, ob und wie strategische Aspekte der internationalen Marktbearbeitung im Zeitschriftenmarkt identifiziert und anschließend in die Internationalisierungskonzeption eines Verlagshauses integriert werden können. Der Ansatz der differenzierten Standardisierung liefert eine ganzheitliche Lösung, um den heterogenen Bedingungen bei der Erschließung von Zeitschriftenmärkten in Mittel- und Osteuropa gerecht zu werden. Seine Adaption auf die Besonderheiten des medialen Gutes Zeitschrift eröffnet die Möglichkeit, neue Erfolgpotenziale für internationalisierende Verlage zu erschließen.
4 Die europäische Integration Polens fünf Jahre nach dem Beitritt zur EU aus ökonomischer Perspektive
Polen hat seit dem EU-Beitritt im Jahr 2004 vertiefte Prozesse wirtschaftlicher, politischer und sozialer Integration vollzogen, welche ihren Ursprung im Beginn der Transformationsphase Anfang der 1990er Jahre haben. Als ökonomische Indikatoren hierfür können die Konvergenzprozesse in den wirtschaftlichen Strukturen der nationalen Volkswirtschaft, in den Außenwirtschaftsbeziehungen und die erheblichen ausländischen Direktinvestitionen angesehen werden. Aber auch der polnische Arbeitsmarkt wird in wachsendem Maße von europäischen Faktoren beeinflusst. Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der jüngeren Vergangenheit und den erzielten Fortschritten im Transformationsprozess sollte zukünftig größeres Augenmerk auf die Stärkung der föderalen Struktur gelegt werden, um nicht die hierin liegenden Potentiale für zukünftige wirtschaftliche Prosperität zu vernachlässigen.
5 Rentenprogramme für Arbeitnehmer in Polen – eine ungenutzte Chance für bessere Renten
Der Aufsatz behandelt die Frage, wie freiwillige betriebliche Zusatzrentensysteme in Polen als wichtiges Element des Managements von Humanresourcen genützt werden können. Hierbei werden auch die Gründe für die noch unzureichende Entwicklung derartiger Programme erklärt. Einer kurzen Darstellung des polnischen Rentensystems und der unterschiedlichen Arten betrieblicher Rentensysteme wird ein Konzept präsentiert, wie derartige Programme als nichtpekuniärere Teil des Entlohnungssystems genützt werden können. Das Ergebnis des Beitrags ist, dass in der derzeitigen Form die betrieblichen Renten in Polen keinesfalls als ein effektives Instrument für das Management von Humanresourcen verwendet werden können. Vielmehr ist ein klarer Wandel bezüglich der gesamten Philosophie und des institutionellen Rahmens für diese zusätzlichen Pensionssysteme erforderlich: Mehr Initiative auf Seiten der Beschäftigten, die in diese Systeme sparen sollten; mehr Flexibilität für die Arbeitgeber, denen das Recht zugestanden werden sollte, zusätzliche, individualisierte Prämien ausgewählten Arbeitnehmern zu zahlen.
6 Integrationsprozesse in Ostasien
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Integration Ostasiens. In der globalisierten Welt von heute ist dies ein besonders wichtiges Thema, zumal die Politologen immer öfter die Ansicht vertreten, dass der ostasiatische Raum für die Entwicklung der heutigen Welt von allergrößter Bedeutung ist. Deshalb sind auch immer mehr Forschungen der wirtschaftlichen und politischen Integration dieses Raumes gewidmet. Zweifellos ist die These richtig, dass für die globalen wirtschaftlichen und geopolitischen Beziehungen gerade Ostasien aktuell von grundlegender Bedeutung ist, und dass es mit so stark integrierten Räumen wie den USA und der EU in vielerlei Hinsicht konkurrieren kann. Allerdings stellt sich bei genauerer Betrachtung die Frage, ob die sich in dieser Region vollziehende Integration tatsächlich eine Integration in der Größenordnung der USA oder der EU ist, wo ausgeglichene wirtschaftliche, rechtliche, und gesellschaftliche Verhältnisse herrschen, oder ob es sich dabei aufgrund der Vielfalt der wirtschaftlichen Potenziale des ostasiatischen Raums lediglich um einen Mythos handelt? Wir werden uns bemühen, diese Frage im vorliegenden Artikel zu beantworten.
7 Gesundheitstourismus: Osteuropa im Systemwandel
Mit dem Zusammenwachsen der EU-Länder steigt auch die Nachfrage nach Behandlungen im Ausland. Am 2. Juli 2008 nahm die EU-Kommission den Entwurf einer Richtlinie zur länderübergreifenden Gesundheitsversorgung als Teil der Sozialagenda an. Sie soll die Patiententransfers zumindest im EU-Raum erleichtern. Allerdings ist die Finanzierung offen, obwohl laut einer EU-Studie 70 % der Europäer im Glauben sind, dass ihre Krankenkassen alle Auslandsbehandlungen bezahlen. 4 % der befragten EU-Bürger hatten in den 12 Monaten vor der Umfrage eine Behandlung im EU-Ausland empfangen. Im Selbstzahlermarkt spielt neben der Behandlungsqualität vorläufig auch die Kostenersparnis eine wichtige Rolle bei der Wahl des Reiseziels. Beispiel: günstige Zahnbehandlungen und Schönheits-OPs in Osteuropa. Das wird sich bei einer langfristigen Anpassung der Wohlstandniveaus zwischen Ost und West ändern. Eine Chance für westeuropäische Mediziner, Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, da so die Qualität und nicht mehr der Preis zur zentralen Entscheidungsdeterminante bei der Wahl des Behandlungsortes wird. Umso wichtiger ist es für die osteuropäischen Länder, ihre Gesundheitssysteme weiter zu reformieren, marktwirtschaftlicher auszurichten und auch qualitative Anreize zu setzen, um im internationalen Wettbewerb um Patienten nicht an Attraktivität zu verlieren.
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