BWV - Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH
Image 1 / 2007
Die Friedens-Warte Ausgabe 1 / 2007
Die Friedens-Warte, 1899 gegründet von Alfred Fried, ist als älteste Zeitschrift im deutschsprachigen Raum für Fragen der Friedenssicherung und der internationalen Organisation ein zentrales Forum der friedenswissenschaftlichen Diskussion. Neben dem fachlichen Austausch innerhalb und zwischen den friedenswissenschaftlichen Disziplinen will die Zeitschrift traditionell einen Beitrag dazu leisten, das für eine Politik der aktiven Friedensgestaltung erforderliche Fachwissen in die politische Praxis zu vermitteln.
0 FRIEDENSMISSIONEN AUF DEM PRÜFSTAND
Die internationalen Einsätze zur Friedenssicherung haben im letzten Jahrzehnt zugenommen und sich qualitativ stark verändert. Eindämmung, Beendigung und Nachsorge lokaler sowie regionaler Konflikte, vor allem in Afrika und Asien, scheinen mehr und mehr die Unterstützung Deutschlands und der EU zu erfordern. Allerdings verfügen die Akteure bislang über kein schlüssiges Konzept zur Bewältigung der neuen Herausforderungen. Welche Aufgaben haben Deutschland und die EU in der internationalen Konflikt- und Gewaltprävention? Welche Rolle nehmen sie dabei ein? In dieser Ausgabe der Friedens-Warte zeigen praxiserfahrene Autorinnen und Autoren Versäumnisse und Fehler bisheriger Einsätze auf und diskutieren Handlungsoptionen zur weiteren Konfliktbearbeitung. Außerdem antworten Christian Tomuschat und Andrew Mack im Debattenteil ihren Kritikern.
8 Interrogating the Human Security Report
Von Andrew Mack und Eric Nicholls.
9 Rezensionen
Rainer Tetzlaff / Cord Jakobeit: Das nachkoloniale Afrika. Von Christian Kohrs.
Nicole Janz / Thomas Risse (Hg.): Menschenrechte  – Globale Dimensionen eines universellen Anspruchs. Von Ruth Stanley.
10 Autorinnen und Autoren
Autorinnen und Autoren dieses Heftes.
Einleitung
Abhandlung
3 Kriterien, Interessen und Probleme der deutschen Beteiligung an internationalen Friedenseinsätzen – Wann? Wohin? Warum?
Die deutsche Beteiligung an internationalen Friedensmissionen hat sich seit Anfang der 90er Jahre eindrucksvoll ausgeweitet. Der Artikel beschreibt die sicherheitspolitischen Herausforderungen und die Verunsicherung, die sie und die strategisch wenig diskutierte Ausweitung des deutschen Engagements bei der Bevölkerung ausgelöst haben. Die Akzeptanz der Beteiligung der Bundeswehr an riskanten und kostspieligen Einsätzen hat stetig abgenommen. Mögliche Kriterien für die deutsche Beteiligung an Friedensmissionen werden ebenso diskutiert wie die Frage, ob ein verbindlicher Kriterienkatalog sinnvoll ist und wie „deutsche Interessen“ besser definiert werden können. Es muss der Öffentlichkeit in verständlicher Sprache dargelegt werden, wie die neuen Risiken aussehen und wie man ihnen begegnen kann.
4 Friedenskonsolidierung im westlichen Balkan? Zur Ambivalenz des Beitrags internationaler Missionen
Internationale Missionen haben im westlichen Balkan dazu beigetragen, das Wiederaufbrechen gewaltsamer Kriege zu verhindern. Im Hinblick auf Friedenskonsolidierung ist die Bilanz jedoch ambivalent, wie in diesem Beitrag am Beispiel von Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Mazedonien gezeigt wird. Zwar konnten Reformen angeschoben und Ansätze demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen unterstützt werden. Bosnien und Kosovo sind von einer politischen Integration und einem stabilen Frieden aber noch weit entfernt. In Mazedonien haben internationale Organisationen einige Lernerfolge zu verbuchen. Allen Missionen mangelte es jedoch an integrativen Konzepten, die Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit, den Aufbau demokratischer politischer Institutionen, den Aufbau von Zivilgesellschaft sowie ökonomische Stabilisierung gleichzeitig in den Blick nehmen. In der letztgenannten Dimension liegt eine zentrale Herausforderung für die Zukunft.
5 The Emperor’s New Clothes: The Unravelling of Peacebuilding in Afghanistan
Using the Afghan experience, the article tries to challenge existing approaches to peacebuilding, criticizing the absence of critical assessments prior to international engagement and efficient monitoring. Standardized processes and sequences applied to peace processes, especially exporting of western experiences, are questioned. Existing dilemmas are highlighted, such as goal conflicts between waging war vs. making peace, realistic time-frames vs. donor requirements, top-down vs. bottom-up grass-roots approaches (especially in the area of democratization), and local capacity building vs. importing expertise. The argument centers on the importance of people, both architects of peacebuilding, as well as the affected population.
6 Friedensmissionen in Afrika: Trends, Wirkungen und deutscher Beitrag
Die Zahl der multilateral autorisierten Stationierungen ausländischer Soldaten mit dem Ziel der Friedenssicherung hat in Afrika seit der Jahrtausendwende deutlich zugenommen. Dabei zeichnet sich ein Trend zur „Afrikanisierung“ sowohl bei den VN-Missionen als auch durch den Aufbau eigener Kapazitäten der Afrikanischen Union ab. Dies liegt zum Teil an der Unwilligkeit der Industrieländer, Truppen unter VN-Kontrolle zu stellen. Die Afrikanische Union bleibt von finanzieller und logistischer Unterstützung abhängig, und die Industrieländer beteiligen sich, wenn es ihren Interessen entspricht, aber unter eigenem Kommando. Dieses arbeitsteilige Muster findet sich auch in den beiden EU-Missionen mit deutscher Beteiligung, ARTEMIS und EUFOR DR Kongo.
Debatte

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