BWV - Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH
Image 1 / 2003
Die Friedens-Warte Ausgabe 1 / 2003
Die Friedens-Warte, 1899 gegründet von Alfred Fried, ist als älteste Zeitschrift im deutschsprachigen Raum für Fragen der Friedenssicherung und der internationalen Organisation ein zentrales Forum der friedenswissenschaftlichen Diskussion. Neben dem fachlichen Austausch innerhalb und zwischen den friedenswissenschaftlichen Disziplinen will die Zeitschrift traditionell einen Beitrag dazu leisten, das für eine Politik der aktiven Friedensgestaltung erforderliche Fachwissen in die politische Praxis zu vermitteln.
0 INTERNATIONALE STRAFGERICHTSBARKEIT
Abhandlungen zu den Themen: Der Internationale Strafgerichtshof: Eine Bestandsaufnahme im Frühjahr 2003 (Hans-Peter Kaul),
Who changed the road rules? The ICC and the Security Council hammering in conflicting road signs (Noëlle Quénivet),
La compétence complémentaire de la Cour pénale internationale à l’épreuve des lois d’amnistie inconditionnelle (Djamchid Momtaz),
Crimes against humanity v. immunity of State officials revisited – Some remarks on the Congo v. Belgium case (Wladyslaw Czapliñski).
6 Rezensionen
W. Wette / G. Ueberschär (Hg.): Kriegsverbrechen im 20. Jahrhundert. A. des Forges: Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda. Von Dieter Reinhardt.
U. Albrecht / M. Kalman / S. Riedel / P. Schäfer (Hg.): Das Kosovo-Dilemma. Schwache Staaten und Neue Kriege als Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Von Thorsten Gromes.
K. Weschke: Internationale Instrumente zur Durchsetzung der Menschenrechte. Von Christian Tomuschat.
N. Paech / G. Stuby: Völkerrecht und Machtpolitik in den internationalen Beziehungen. Ein Studienbuch. I. Seidl-Hohenveldern (Hg.): Lexikon des Rechts. Völkerrecht. Von Robert Chr. van Ooyen.
B. Thoß / H.-E. Volkmann (Hg.): Erster Weltkrieg – Zweiter Weltkrieg. Ein Vergleich. Krieg, Kriegserlebnis, Kriegserfahrung in Deutschland. Von Jost Dülffer.
8 Autorinnen und Autoren
Autorinnen und Autoren dieses Heftes.
Abhandlung
2 Der Internationale Strafgerichtshof – eine Bestandsaufnahme im Frühjahr 2003
Der Beitrag schildert den derzeit erreichten Stand beim Aufbau des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) sowie dessen weitere Perspektiven. Dazu werden zunächst einige wichtige Grundprinzipien des Römischen Statutes in Erinnerung gerufen. Es folgt ein zusammenfassender Überblick über die Fortschritte, die in den knapp fünf Jahren seit der Konferenz von Rom 1998 erreicht werden konnten. Auf der anderen Seite werden die klar ablehnende Haltung der derzeitigen US-Regierung zum IStGH und die bisher fehlende Universalität der IStGH-Mitgliedschaft als ernste Probleme erörtert, mit denen sich der IStGH und die Vertragsstaaten weiterhin auseinandersetzen müssen. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf die Tätigkeit des IStGH in den nächsten Jahren. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie erreicht werden kann, dass der IStGH zunehmend zu einem funktionsfähigen und von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Weltgericht wird.
3 Who changed the road rules? The ICC and the Security Council hammering in conflicting road signs
This article aims at investigating Security Council Resolution 1422 that prevents the International Criminal Court from commencing any proceedings “involving current or former officials or personnel from a contributing State not a Party to the Rome Statute“. Although this resolution was adopted at the insistence of the United States in order to protect its peacekeeping troops, it is more far reaching in its scope. Again it raises the question of the power of the Security Council to adopt resolutions that may not be within its competence according to the United Nations charter and general international law.
4 La compétence complémentaire de la Cour Pénale Internationale à l’épreuve des lois d’amnistie inconditionelle
Der Beitrag geht der Frage nach, ob ein von einem Mitgliedstaat des Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs erlassenes uneingeschränktes Amnestiegesetz der Ausübung der komplementären Kompetenzen des Strafgerichtshofes entgegensteht. Zwei Argumente sprechen dagegen: Soweit das Statut die unter die Kompetenz des Gerichtshofes fallenden Verbrechen als Bedrohung des Friedens einstuft, könnten die Staaten als im Rahmen ihrer Erga-omnes-Verpflichtungen zur Verfolgung der Urheber angehalten betrachtet werden, so dass jedwede Anwandlung, diesen nicht nachzukommen, die Ausübung der komplementären Gerichtsbarkeit rechtfertigen würde. Überdies stehen derlei Gesetze dem Willen der Staaten entgegen, der Straflosigkeit ein Ende zu bereiten, die der demokratischen Ordnung abträglich ist und auch zu anderen Verbrechen ermutigt. Diese Argumente sollten jedoch nicht als allein ausschlaggebend angesehen werden. Vielmehr sollte des Gerichtshof vor Ausübung seiner komplementären Kompetenz auch andere Faktoren, vor allem die Wirkung von Amnestiegesetzen auf den Prozess der nationalen Aussöhnung, berücksichtigen.
5 Crimes against humanity v. immunity of State officials revisited – Some remarks on the Congo v. Belgium case
The decision of the International Court of Justice in the case of a Belgian warrant of arrest against a former Congolese foreign minister concerned two important aspects of modern trends of criminal responsibility of highranking state officials. The Hague judges did not discuss the issue of universal jurisdiction, as the Congo withdrew her claims in this field, but instead concentrated on the immunity of the former foreign minister. The Court decided to grant absolute immunity. The present paper seeks to investigate the majority judgement as well as individual opinions by some of the judges. The author is very critical in respect to the judgement expressing the view that the decision is extremely traditional because it does not take into account current trends in state practice and international law doctrine, including obligations erga omnes. In particular, the scope of immunity granted to the a former minister exceeds the needs of this post, especially when taking into account the gravity of the imputed crimes.
Dokumentation
7 Dokumentation
Mitgliedstaaten des Römischen Statuts vom 17. Juli 1998.
Security Council Resolution 1422 (2002) 102 State Department lists countries that have signed Article 98 agreements.
Agreement Regarding the Surrender of Persons to the International Criminal Court, Aug. 23, 2002, U.S.–E. Timor.

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