BWV - Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH
Image 1 / 2002
Die Friedens-Warte Ausgabe 1 / 2002
Die Friedens-Warte, 1899 gegründet von Alfred Fried, ist als älteste Zeitschrift im deutschsprachigen Raum für Fragen der Friedenssicherung und der internationalen Organisation ein zentrales Forum der friedenswissenschaftlichen Diskussion. Neben dem fachlichen Austausch innerhalb und zwischen den friedenswissenschaftlichen Disziplinen will die Zeitschrift traditionell einen Beitrag dazu leisten, das für eine Politik der aktiven Friedensgestaltung erforderliche Fachwissen in die politische Praxis zu vermitteln.
Doppelheft 1-2/2002
0 MIGRATION: F-W Heft 1-2/2002
Das vergangene Jahrzehnt hat zahlreiche neue Herausforderungen für den Weltfrieden deutlich hervortreten lassen. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts kam es keineswegs zu einer neuen Weltordnung, die das friedliche Zusammenleben der Völker zu sichern vermocht hätte. Wiederum zeigten die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Kuwaitkrise, dem Zerfall Jugoslawiens, den Bürgerkriegen etwa in Ruanda und Ost-Timor sowie nicht zuletzt den Anschlägen vom 11. September vergangenen Jahres in den USA – vom Fortleben und Wiederaufflammen älterer Konflikte ganz zu schweigen –, dass der Frieden immer wieder aufs Neue gewonnen, bewahrt und gesichert werden muss. Die Entgrenzung der Welt hat auch zu einer Entgrenzung vieler Konflikte oder doch zumindest ihrer Folgen geführt. Ein Großteil der heutigen Gefährdungen und Risiken ist nicht mehr zwischenstaatlichen Charakters, sondern trägt in Ursachen und Auswirkungen immer öfter transnationale Züge, wie sich auch neue Ebenen und Akteure, teilweise zivilgesellschaftlicher Art, etabliert haben. Dies führt nicht zuletzt das Schwerpunktthema dieses Doppelheftes vor Augen: Das Thema ‚Migration’ zeichnet sich durch eine ausgeprägte Komplexität von Ursachen und Problemlagen, Akteursebenen und Interessen aus, wie die den Abhandlungen vorangestellten Beiträge von Vertretern internationaler Organisationen zur VI. Regionalkonferenz der europäischen nationalen Rot-Kreuz- bzw. Rot- Halbmondverbände im April dieses Jahres zeigen.
16 Rezensionen
P. Fischer / H. F. Köck: Allgemeines Völkerrecht. J. P. Müller / L. Wildhaber: Praxis des Völkerrechts. Von Robert Chr. van Ooyen.
H. Fischer / C. Kreß / S. R. Lüder (Hg.): International and National Prosecution of Crimes Under International Law. Von Hans-Heinrich Jescheck.
E. P. J. Myjer (ed.): Issues of Arms Control Law and the Chemical Weapons Convention. Von Sebastian M. Seidel.
V. Rittberger (Hg.): German foreign policy since unification. Von Michael Staack.
G. Klumpp: Vergangenheitsbewältigung durch Wahrheitskommissionen – das Beispiel Chile. Von Ruth Stanley.
18 Autorinnen und Autoren
Autorinnen und Autoren dieses Heftes.
Einleitung
2 Geleitwort der Herausgeber
Von Knut Ipsen, Volker Rittberger, Christian Tomuschat.
Einführung
4 The challenges of migration for the Red Cross and Red Crescent movement – Introduction to the main theme
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Hans-Beat Moser.
5 The demographic significance of international migration
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Jean-Pierre Gonnot.
6 Statement
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Joaquim Pedro Nunes de Almeida.
7 Migration and trafficking in human beings
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Helga Konrad.
8 Statement
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Kari Tapiola.
9 Statement
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Peter Schatzer.
10 Remarks
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Steven Wagenseil.
11 The immigration issue in Germany – Presentation to the Secretary-Generals
Keynotes on migration given at the 6th Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14-19 April 2002: Rita Süssmuth.
Abhandlung
12 Towards a General Agreement on Movements of People (GAMP)
This paper argues that global games need global rules. Times of globalization call for an international framework to regulate efficiently international movements of people. This paper discusses the economic necessity of a shift from national migration policies to an international regime which could be based on a General Agreement on Movements of People (GAMP). This labour market analogy to the GATT/GATS proceeds from the conviction that in general the free international movement of people – like the free movement of goods and capital – is beneficial to the migrants, the countries of origin and the countries of destination. However, it should also provide an instrument for internalizing externalities provoked by international migration. To avoid brain drain effects in the sending areas and congestion effects in the receiving areas it might be wise to impose a migration fee that makes exits and entries more expensive.
13 Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 – Entstehungsgeschichtliche Bestimmungsgründe und konzeptionelle Substanz im Hinblick auf heutige Migrationsprobleme
Die Abhandlung soll einen Beitrag zur Beantwortung der Frage leisten, welche aktuelle Bedeutung der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 zukommt und inwieweit hierauf weitergehende Konzeptionen eines kohärenten völkerrechtlichen Flüchtlingsrechts im Hinblick auf globale Migrationsprobleme gegründet werden können. Dazu ist es notwendig, die konzeptionelle Substanz dieser Konvention freizulegen, was im Wege einer Untersuchung der entstehungsgeschichtlich prägenden Einflüsse geschehen soll. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Konvention keineswegs eine „magna charta“ des internationalen Flüchtlingsrechts darstellt. Vielmehr hat sie nicht einmal die regional und zeithistorisch begrenzten Aufgaben, die die Gründungsstaaten mit ihrer Hilfe bewältigen wollten, endgültig zu lösen vermocht. Dennoch verschaffen die erreichten zentralen Formelkompromisse der GFK eine Sockelfunktion, die angesichts der Unwahrscheinlichkeit einer Einigung auf eine völlig neu konzipierte Konvention trotz aller Kritik erhalten und in umfassendere Konzepte für ein völkerrechtliches Migrationsregime eingebracht werden sollte.
14 Entwicklung und Perspektiven der europäischen Migrations- und Asylpolitik
Die Migrations- und Asylpolitik hat sich zu einem wichtigen Thema der europäischen politischen Zusammenarbeit entwickelt. Dies ist nicht nur eine Folge des gestiegenen Problemdrucks, sondern auch der im Amsterdamer Vertrag beschlossenen Vergemeinschaftung dieses Politikbereiches. Die Europäische Kommission hat in diesem Prozess inzwischen eine führende Rolle übernommen und Vorschläge zu nahezu allen Einzelaspekten einer gemeinschaftlichen Politik vorgelegt. Der Beitrag gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Entwicklung. Ausgehend von der Bedeutung der Migrations- und Asylpolitik für die europäische Integration und einem Überblick über die bisherige Zusammenarbeit auf diesem Feld strukturiert der Beitrag die Vorschläge der EU-Kommission und fasst die Reaktionen wichtiger europäischer Akteure sowie einiger Nichtregierungsorganisationen zusammen. Abschließend werden die Perspektiven der europäischen Migrations- und Asylpolitik skizziert.
15 Putting people at the centre of the international agenda: The human security approach
The idea to protect people and individuals is not new, but the conflicts of the 1990s emphasized the need to adapt security strategies in order to reach the human being, a shift expressed by the notion of “human security”. This concept has been integrated into the foreign policy agenda of states and has been adopted by international organizations. Human security has a political functionality: this paradigm is much more an agenda for transformation than a substantive issue. The adoption of a human security approach should be pursued by all policymakers – if not on philosophical or moral grounds – due to political considerations: the security of a state needs the security of the individual.
Dokumentation
17 Documentation
Berlin Charter, adopted at the VIth Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14–19 April 2002.
Plan of Action – Migration, adopted at the VIth Regional Conference of the European Red Cross and Red Crescent Societies in Berlin, 14–19 April 2002.

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