Herman Lundborg

Hagerman, Maja

Herman Lundborg

Rätsel eines Rassenbiologen

Bestell-Nr 3986
ISBN 978-3-8305-3986-5
erschienen 15.10.2020
Format kartoniert
Umfang 490 S.
Preis 43,00
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Als der Psychiater und Rassenbiologe Herman Lundborg 1922 zum Leiter des weltweit ersten staatlich finanzierten rassenbiologischen Instituts in Uppsala (Schweden) berufen wurde, blickten seine deutschen Kollegen, die wenige Jahre später die Vernichtungspolitik der Nazis legitimieren und gestalten sollten, noch neidisch über die Ostsee. Schweden gehörte damals zu den weltweit führenden Ländern in der Rassenbiologie, rassistisches Denken war weit verbreitet und Lundborgs Arbeiten dienten international als Vorbild und Inspiration.

In der ersten Biografie über Herman Lundborg geht Maja Hagerman der Frage nach, wer der Mann war, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, „das schwedische Volk zu retten“. Welche wissenschaftlichen Rätsel wollte er lösen? Wie ging es auf seinen vielen Forschungsreisen nach Lappland zu, wo er die vermeintliche Bedrohung des schwedischen Volkes durch die Vermischung mit Finnen und Sámi untersuchte? Nicht zuletzt die Tatsache, dass ausgerechnet er heimlich ein Kind mit einer Frau des „falschen Typs“ zeugte, macht ihn selbst zu einem Rätsel.

Angesichts der weltweiten Renaissance völkischen und rassistischen Denkens ist dieses mit dem Axel-Hirschfeldt-Preis der Schwedischen Akademie ausgezeichnete Buch von bestürzender Aktualität.

Aus dem Schwedischen übersetzt von Krister Hanne.
Die Autorin
Maja Hagerman, geb. 1969, ist Schriftstellerin und Wissenschaftsjournalistin. Sie wurde mit der Ehrendoktorwürde der Universität in Uppsala ausgezeichnet. Maja Hagerman schreibt regelmäßig über schwedische Geschichte und Kultur in der führenden Tageszeitung Dagens Nyheter. Seit vielen Jahren berichtet sie auch im Fernsehen und Rundfunk über Neues aus Forschung, Wissenschaftsgeschichte und Archäologie. Ihr Debütwerk „Spåren av kungens män“ („Die Spuren der Männer des Königs“) erhielt 1996 den begehrten Augustpreis für Fachliteratur. Auch „Käraste Herman“ über Herman Lundborg war 2015 für den Augustpreis nominiert.
Rezensionen
zur schwedischen Originalausgabe
„In ihrer neuen Biografie zeichnet Maja Hagerman ein sehr eindringliches und höchst faszinierendes Porträt von Lundborg.“
– Heléne Lööw, Svenska Dagbladet, 7.10.2015 (Link)

„[Dieses Buch] ist eine Möglichkeit, einen Teil der Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts zu verstehen. […] In all ihrer Sachlichkeit ist dies eine sehr unangenehme Lektüre. Und an manchen Orten leben genau diese Ideen tatsächlich weiter.“
– Mattias Hermansson, Schwedischer Rundfunk, 7.10.2015 (Link)

„Eine deutsche Ausgabe dieses Buches ist sehr zu empfehlen.“
– Luitgard Löw , Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 69, 4/2017

“I hope this book will be translated into English: eugenicists were real people, living in the real world with real problems. It is vital to know this rather than exoticising them.”
– Marius Turda, BBC History Magazine, April 2016

„Ein wertvolles Buch, das teilweise neues und helleres Licht auf den Rassenbiologen Herman Lundborg und die giftige Rolle wirft, die sein pseudowissenschaftliches Institut, in aller Diskretion, für seine Zeit und die Nachwelt spielen sollte.“
– Lars Linder, Dagens Nyheter, 7.10.2015 (Link)

„Niemand kann Käraste Herman lesen, ohne dass ihm Parallelen zu 2015 einfallen. […] Hagermans eines Verdienst ist es, Lundborg in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. […] Infernalisch berührend. Ich lese, und ich werde nicht vergessen können.“
– Per Wirtén, Expressen, 7.10.2015 (Link)

„Maja Hagerman zeichnet ein bestechendes und deutliches Bild davon, wie Lundborg sich wandelt.“
– Olle Svenning, Aftonbladet, 9.10.2015 (Link)

„Maja Hagermans Biografie vertieft das Bild der schwedischen rassenbiologischen Tätigkeit ganz wesentlich. Sie ist stark geschrieben und das wichtigste Buch des Jahres über Schweden.“
– Gert Lundstedt, Arbetet, 2.10.2015 (Link)

„Geschickt durchgeführte geschichtswissenschaftliche Forschung über ein in vieler Hinsicht sensibles und unbequemes Thema, die der Nominierung für den Augustpreis 2015 würdig ist.“
– Christer Nordlund, Respons 1/2016

„Hagerman schreibt viel – und gut! – über Lundborgs intime Kontakte zum deutschen Nationalsozialismus. Vor allem aber sehe ich es als große Stärke des Buches an, dass sie den rassistischen Mythos von der nordischen Reinheit historisiert, da dieser heute eine triumphale Renaissance erlebt.“
– Henrik Arnstad, Göteborgsposten, 10.10.2015 (Link)

„Herman Lundborg und sein Rassenbiologisches Institut – das erste der Welt – gehören seit Langem zum peinlichen, verschwiegenen Erbe des schwedischen Volksheims, das einen Stempel der Schande trägt. Aus dieser Stille kommt nun Maja Hagerman mit Archivfunden, wie gewohnt engagierter Erzählstimme und einem hinreißenden Stil und erzählt eine neue und größer angelegte Geschichte.“
– Mats Granberg, Norrköpings Tidningar, 6.10.2015 (Link)

„Hagermans Buch ist weitreichend. Sehr weitreichend. Mit dieser Biografie stellt sie unter Beweis, dass sie zu den wenigen schwedischen Verfassern gehört, die komplizierte Zusammenhänge zu gehaltvollen und pädagogischen Erklärungen verdichten können, die deutliche Bilder von der Essenz der Gedankengänge in den Köpfen der Leser hinterlassen.“
– Niclas Sennerteg, Kristianstadsbladet, 17.10.2015 (Link)

„Hagerman, die sich bereits in früheren Werken als eine unserer größten Volksbildnerinnen einen Namen gemacht hat, liefert eine breite Schilderung, in der das rassenbiologische Denken als Teil des Zeitgeistes erscheint.“
– Fredrik Borneskans, Tageszeitung Dagen, 9.10.2015 (Link)

„Maja Hagerman zeichnet ein dramatisches und lebhaftes Porträt einer Person und einer Zeit, in der Menschen Rassen angehörten, die bewertet werden konnten. Eine Zeit, die nicht weit von unserer eigenen weg ist. Sie verwebt historische Fakten mit einer intimen Erzählung eines psychologischen Porträts und einem ebenso starken Pathos, um das Menschenbild zu verteidigen, nach dem wir alle gleich sind und keine Rassen existieren.“
–Jacob Carlander, Östgöta Correspondenten, 11.10.2015 (Link)

„Breit angelegte und spannende Biografie über den einflussreichen Rassenbiologen.“
– Ulrika Knutsson, Upsala Nya tidning, 7.10.2015 (Link)

„Wer nur das geringste Interesse an Geschichte hat, muss dieses darstellende und spannende Tatsachenbuch lesen. Geschrieben in einer schönen, genauen und geschmeidigen Sprache. Ein reiner Genuss.“
– Kerstin Särneö, Zeitschrift Tara

„Maja Hagerman ist eine Verfasserin, die zu lesen ein Vergnügen ist, sogar wenn sie über einen Mann schreibt, dessen Denkweise und Ideen den Einsichten, die man heute hat, entgegenlaufen.“
– Kjell E. Genberg, Dast Magazine, 4.10.2015 (Link)
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