Die Altmark

Enders †, Lieselott;

Die Altmark

Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts)

Reihe Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Band-Nr. 56
Bestell-Nr 3699
ISBN 978-3-8305-3699-4
erschienen 13.09.2016
Format Hardcover
Umfang 1580
Gewicht 237 g
Preis 99,00
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Die Altmark schlägt die Brücke vom westelbischen Sachsen zum ostelbischen Landesausbaugebiet auf dem Boden slawischer Stämme und Völker, politisch, wirtschaftlich, ethnisch und kulturell. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts ostsächsische Grenzregion des Reiches und des Herzogtums Sachsen, wuchsen die Teilregionen auf dem Boden der sich erst nach und nach formierenden Altmark in den Machtkämpfen des Spätmittelalters zu einem der Hauptkreise der Mark Brandenburg zusammen. Die Altmark bewahrte aber vielerlei historische Wurzeln, bis zur Reformationszeit ihre Zugehörigkeit zu den sächsischen Bistümern Halberstadt und Verden, die enge Verflechtung der acht Immediatstädte mit Hansestädten, soziokulturelle Eigentümlichkeiten u.a.m., und auch in der Frühneuzeit, die den zeitlichen Schwerpunkt des Buches bildet, vielerlei Bezüge zu den politischen Nachbarn, den Fürstentümern Magdeburg und Halberstadt, Braunschweig und Lüneburg mit dem Wendland. Daraus erwächst von selbst der vergleichende Aspekt, wie er auch den ostelbischen Regionen der Mark Brandenburg gilt. Die Vergleiche heben die Merkmale hervor, die die Altmark bis zum Ende des Alten Reiches charakterisieren: eigenständige Gerichtsinstanzen, gute besitz- und personenrechtliche Verhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung, eine auf verbriefte Privilegien wie auf angemaßte Observanzen pochende Ritterschaft, starke kommunale Kräfte in Stadt und Land, Bürgerschaften und Landgemeinden, die ihren Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung nicht aufgaben und auch im Zeitalter des Absolutismus um ökonomische, soziale und kulturelle Freiräume kämpften. Das manifestiert sich in vielfältigen, aus archivalischen Quellen ermittelten sozialen wie individuellen Handlungen, Verhaltens-, Lebens- und Denkweisen unterschiedlicher Interessengemeinschaften und gesellschaftlicher Gruppierungen in ihrem Mit- und Gegeneinander. Das Buch wendet sich sowohl an Fachkollegen der Landes-, Agrar- und Stadt-, Siedlungs-, Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozial-, Kultur- und Alltagsgeschichte als auch an historisch Interessierte überhaupt, an Regional- und Ortshistoriker. Es bietet vielfältige neue Erkenntnisse und gibt Anstöße zum Weiterforschen.

Das Buch enthält 57 s/w Abb., 1 farb. Abb. und 19 Tab.


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Rezensionen

Lesen Sie hier die Rezension in der Zeitschrift für Mitteldeutsche Familiengeschichte, Heft 3/2010



Als man vor acht Jahren den von Lieselott Enders vorgelegten Band zur Geschichte der Prignitz zu Recht als das opus summum, als Krönung eines äußerst produktiven Forscherlebens gewürdigt hatte, konnte man nicht ahnen, daß diese in mehrfacher Hinsicht beeindruckende Leistung nunmehr noch übertroffen werden sollte. Jeder, der sich auch nur etwas mit den unterschiedlichen historiographischen Traditionen der Erforschung der märkischen Teillandschaften auskennt, weiß um die Problematik einer Darstellung der Geschichte der Altmark. Auch für Lieselott Enders gestalteten sich die Rahmenbedingungen für dieses von ihr vor etwa zehn Jahren in Angriff genommene Vorhaben etwas ungünstiger im Vergleich zu »ihren« anderen beiden Landschaften. Denn im Gegensatz zur Uckermark und Prignitz konnte sie zunächst nicht auf jene intime Quellenkenntnis zurückgreifen, die sie im Zusammenhang der Erarbeitung der beiden relevanten Bände des Historischen Ortslexikons erworben hatte. (Nur am Rande sei erwähnt, daß wohl nun bald mit dem Erscheinen des von Peter P. Rohrlach bearbeiteten Historischen Ortslexikons für die Altmark zu rechnen ist). Zum anderen stellt auch die Überlieferungslage jeden, der sich mit der älteren Geschichte der Altmark beschäftigt, vor nicht geringe Probleme, und nicht zuletzt soll auch auf die gegenwärtige, nicht immer unproblematische Wahrnehmung der Altmark und ihrer Geschichte als Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt verwiesen werden, worauf auch Lieselott Enders sowohl in ihrem Werk als auch in ihren zahlreichen öffentlichen Auftritten immer wieder verweist.
Die Autorin knüpfte an die bei der Bearbeitung der Uckermark und Prignitz bewährte Vorgehensweise an. Dennoch sind hier die Nuancen etwas anders gesetzt. Orientierte sich die Darstellung für die beiden genannten Landschaften an der Chronologie, wählte Lieselott Enders nunmehr für die Gliederung ihres Altmark-Buches das sachthematische Prinzip. Die vier Hauptkapitel widmen sich der Politischen Geschichte (S. 31-109), der ländlichen (S. 111-796) und städtischen Gesellschaft (S. 797-1165), sowie der »Kultur und Lebensweise in Stadt und Land« (S. 1167-1321). Dies bietet zweifellos Vorteile. Vor allem der an bestimmten Segmenten der gesellschaftlichen Entwicklung interessierte Leser wird diese Entscheidung zu schätzen wissen, denn somit vermag er längsschnittartig Prozesse konziser zu verfolgen, wie etwa die Entwicklung des Siedlungsbildes vom Spätmittelalter bis in das 18. Jahrhundert, Veränderungen der bäuerlichen Rechtsposition oder die Entwicklung des städtischen Gewerbes, ohne daß die Argumentationsstruktur – und auch der Lesefluß – durch die ansonsten gewählten Zäsuren unterbrochen werden müßte.
Der vorliegende Band beschränkt sich im Unterschied zu den vorangegangenen Untersuchungen auf die Frühe Neuzeit, eine Entscheidung, die Lieselott Enders, als sie sich der Erforschung der Altmark-Geschichte zuwandte, aus verschiedenen Erwägungen heraus getroffen hatte. Dennoch wird natürlich auch die mittelalterliche Entwicklung thematisiert, denn die Autorin bemüht sich stets – gleich ob es sich um die Dorfverfassung, die bäuerlichen Besitzverhältnisse oder die Kirchen- und Pfarrorganisation handelt –, die mittelalterlichen Voraussetzungen mit zu berücksichtigen.
Es kann nun kaum das Anliegen dieser Besprechung sein, den gesamten Facettenreichtum dieses Buches vorzustellen. Die Neugier zur Lektüre wird schon durch die sehr detaillierte Gliederung geweckt, die zugleich jedem an speziellen Aspekten der altmärkischen Geschichte interessierten Leser das Studium sehr erleichtert. Auch scheinbar randständige Themen werden nicht ausgespart: Über die »Stadthygiene« und das Wirken von Hebammen in altmärkischen Kommunen werden wir ebenso fundiert informiert wie über die Ernährungsgewohnheiten der Landbevölkerung oder die Ausstattung altmärkischer Adelsfamilien mit Kleidung und Schmuck.
Das Werk ist somit als Handbuch gleichermaßen zu nutzen wie als fundierte Gesamtdarstellung zu fast allen Bereichen der Altmark-Geschichte zu lesen. Es bietet aber zugleich jedem Historiker oder Volkskundler, der sich regional-übergreifend mit Fragen der Sozial-, Mentalitäts- oder Rechtsgeschichte beschäftigt, reichhaltiges Belegmaterial. Doch muß unbedingt darauf verwiesen werden – für die Kenner der Enders'schen Arbeiten eigentlich eine Selbstverständlichkeit – daß sich die Verfasserin nicht mit der Präsentation der aus den tausenden Archivakten und -Urkunden gehobenen Fakten begnügt, obgleich auch dies schon eine hoch anerkennenswerte Leistung darstellen würde. Vielmehr versteht es Lieselott Enders, das empirische Material in übergreifende Zusammenhänge einzuordnen. Zu einigen im Buch behandelten Themen, die in der Forschung entweder zu den Desiderata zählen oder schon seit längerem kontrovers diskutiert werden, äußert sich die Autorin und stellt dabei ihre Position pointiert und vergleichsweise ausführlich dar. Dies betrifft etwa das Problem der Hufenverfassung, inklusive der häufig in der Literatur etwas großzügigen Handhabung der Hufenmaße (S. 113-143) oder die Einordnung der altmärkischen Agrarverfassung in die Typologie der »Grund-« bzw. »ostelbischen Gutsherrschaft« (S. 785-796). Zu dieser strittigen Frage unterbreitet sie eine begriffliche Alternative, die nach Meinung des Rezensenten durchaus eine Möglichkeit eröffnet, sich aus den festgefahrenen Debatten über die Zuordnung zu den Agrarverfassungstypen zu lösen.
Lieselott Enders' Buch versteht sich aber trotz ihres immer wieder zutage tretenden Einfühlungsvermögens für die ländliche und städtische Bevölkerung nicht als unkritische Verherrlichung der vormodernen Welt. Die immer wieder an die Sozial- und Mentalitätsgeschichte der frühneuzeitlichen Gesellschaften gestellten Fragen nach dem Spannungsfeld zwischen Konsensbereitschaft und Hang zum Konfliktaustrag, zwischen fatalistischer Schicksalsergebenheit und einer latenten Tendenz zum Aufbegehren und Ungehorsam werden auch durchgängig in diesem Buch aufgeworfen. Es kann naturgemäß darauf keine eindeutige Antwort geben, aber unser Verständnis für das Denken und die Verhaltensweisen der Adligen, Stadtbürger und ländlichen Hintersassen ist durch die tief in die historische Realität eindringende Darstellung Lieselott Enders allemal größer und differenzierter geworden.
Das Altmark-Buch bietet zudem reichhaltige Belege für ein in der Brandenburg-Preußen-Forschung verschiedentlich immer wieder diskutiertes Problem: die Stellung der Regionen innerhalb eines Staatswesens, dessen administrativ-zentralistische Durchdringung früher recht hoch veranschlagt worden war. Lieselott Enders zeigt dagegen, welches große Maß an Eigenständigkeit verschiedene Institutionen (so etwa die Gerichtsinstanzen), die ständischen Gremien, aber auch die Landgemeinden bewahren konnten. Die Altmark stellt damit ein weiteres – und jetzt besonders gut erforschtes – Beispiel für die Existenz und die Funktionsweise des »ständischen Regionalismus« dar.
Durchgängig wird in allen Kapiteln des Buches auch der Vergleich zu den Nachbarterritorien der Altmark (vor allem zu den braunschweigischen Herzogtümern und dem Erzbistum bzw. Herzogtum Magdeburg) thematisiert, zu denen diese brandenburgische Landschaft im gesamten Untersuchungszeitraum durch zahlreiche Bande verknüpft blieb.
Lieselott Enders ist es auf vortreffliche Weise gelungen, uns die Altmark als eine eigenständige, aber auch als eine genuin brandenburgische Landschaft vorzuführen. (Angesichts der generationenübergreifenden Erfahrungen mit der häufig nur kurzlebigen Dauer der Ziehung von Verwaltungsgrenzen kann man ja vielleicht hoffen...) Und für die nachfolgenden Generationen bildet das vorliegende Werk eine solide Grundlage für künftige Forschungen und Ansporn gleichermaßen. Die abschließenden Sätze der Verfasserin im Altmark-Buch mögen als Credo den nachwachsenden professionellen oder ehrenamtlich arbeitenden Historikern mit auf den Weg gegeben sein für eigene Bemühungen, den noch ungelösten Fragen nachzugehen: Die Voraussetzung dafür - so Lieselott Enders – ist »allerdings offen für alle denkbaren Themen« zu sein »und unvoreingenommen Quellenstoff zu erfassen, zu analysieren und zu interpretieren, um der historischen Wirklichkeit gerecht zu werden« (S. 1321).
(Frank Göse)
Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte, Bd. 59/2008, S. 217-219



Nach der Geschichte der Uckermark (1992) und der Prignitz (2000) legt die langjährige Potsdamer Archivarin Lieselott Enders mit einer wahrhaft bewundernswerten Schaffenskraft ihre nunmehr dritte Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vor. Im Unterschied zu ihren Untersuchungen bezüglich der Uckermark und Prignitz beginnt Enders diesmal mit den Untersuchungen nicht schon im 12., sondern erst zu Ende des 15. Jahrhunderts. Doch bleibt es naturgemäß nicht aus, Blicke auf die altmärkische Geschichte vor dem 15. Jahrhundert zu werfen, wie auch die altmärkischen Verhältnisse und Zustände immer wieder mit denen in der unmittelbar benachbarten Prignitz bzw. der entfernter gelegenen Uckermark zu vergleichen. Obwohl die politische Geschichte sowie die Rechts- und Verfassungsgeschichte nicht ausgespart werden, liegt der Schwerpunkt von Enders eindeutig auf der Wirtschafts-, Sozial- und Siedlungsgeschichte, wozu sie aus den Archiven und der vorhandenen Literatur ein ungeheures, gut aufbereitetes Material zusammen getragen hat. Methodisch gut gegliedert werden die dörfliche Gesellschaft, die ländlichen Herrschaften und der Adel sowie die altmärkischen Städte und das dortige Bürgertum sowie die gleichfalls vorhandenen stadtähnlichen Siedlungen unter den verschiedensten Aspekten untersucht und analysiert. Eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und noch offener Forschungsfragen beendet jeweils die entsprechenden Abschnitte. Unser Bild der konkreten Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit wird durch Enders wesentlich bereichert, ob es sich nun um die getragene Kleidung bzw. die detaillierte Aufzählung der Inneneinrichtungen bei Kossäten, Bauern, Bürgern, Adeligen, Geistlichen oder »Schutzjuden« handelt, oder um die jeweilige Ernährung bis hin zur Beschreibung des Inhalts der (oftmals erstaunlich wohlgefüllten) Speisekammern. Enders kritisiert hierbei Richard van Dülmens Vorstellungen vom angeblich dominierenden Brei »als Hauptgericht für das einfache Volk«. Auch verteidigt sie den Neuerungen abholden altmärkischen Bauern mit den durch ihre eigenen Forschungsergebnisse erhärteten Worten: »Abwartendes Verhalten gegenüber ungeprüften Neuerungen war Selbstschutz gegen Einbrüche, die sich niemand leisten konnte.« Selbst zur Hexenforschung, die neuerdings stark im Flor steht, kann Enders in einem längeren Beitrag viel neues Material aus der diesbezüglich bislang stiefmütterlich behandelten Altmark erschließen. Angesichts der Seitenzahl des vorgelegten Werkes sind die guten und umfänglichen personellen, geographischen und Sachregister am Schluss des Buches sehr zu begrüßen. Das auf Seite 186 angeführte Rechenexempel zur Ertragnisfähigkeit der Kartoffeln in der Altmark konnte der Rezensent allerdings nicht nachvollziehen, hier liegt wohl ein Rechenfehler oder Zahlendreher vor. Das vorliegende Buch wird gewiss für lange Zeit das Standardwerk zum Thema sein, seinen Lesern umfassende Informationen und Belehrungen gewähren, aber auch Anregung zu eigenen weiterführenden Forschungen sein.
(Jürgen W. Schmidt)
Das Historisch-Politische Buch, 4/2008, S. 406-407

Lieselott Enders, langjährige Archivarin am Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam, hat nach ihren voluminösen Arbeiten zur Uckermark und zur Prignitz (Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert, Weimar 1992; Die Prignitz. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert, Potsdam 2000) mit der Altmark eine weitere brandenburgische Landschaft bearbeitet. Wiederum hat sie in jahrelanger Kärrnerarbeit die Archivbestände durchforstet und eine Gesamtdarstellung, eine wahre histoire totale jener Region vorgelegt, die sich als westliches Grenzgebiet im Vergleich zu den anderen brandenburgischen Landschaften eine gewisse Eigenständigkeit bewahren konnte und somit einige soziokulturelle Besonderheiten aufweist. Wie Enders betont, gab es vielerlei Bezüge zu den Hansestädten und den politischen Nachbarn Magdeburg, Halberstadt, Braunschweig und Lüneburg. Auch habe es eigenständige Gerichtsinstanzen, günstige besitz- und personenrechtliche Verhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung sowie eine auf verbriefte Privilegien beharrende Ritterschaft und kommunale Kräfte gegeben, die um soziale, kulturelle und ökonomische Freiräume kämpften.
Das monumentale Werk ist in vier Schwerpunkte mit zusammen 18 Hauptkapiteln gegliedert. Es setzt ein mit einer Darstellung der politischen Geschichte, auf die eine Beschreibung der ländlichen Gesellschaft folgt, die Agrarstruktur, Bodennutzung, Landwirtschaft, Siedlungsbild, Lebensverhältnisse der Dorfbewohner, Handwerk und Gewerbe, Dorfverfassung sowie Elemente von Grundherrschaft und Gutsherrschaft umfasst. Im dritten Schwerpunkt wird die städtische Gesellschaft thematisiert. Hier reicht der Bogen von den Umständen der jeweiligen Stadtgründungen, den ökonomischen Verhältnissen der Städte, der Gesellschaft der Stadtbevölkerung, Verfassung und Recht bis hin zum städtischen Bauwesen. Der letzte Schwerpunkt ist Lebensweise und Kultur der Menschen in Stadt und Land gewidmet. Beschrieben werden religiöse Gemeinschaften, Kirchen- und Pfarrorganisationen, Möglichkeiten und Chancen von Schul- und Hochschulausbildung, Fälle von Hexenwahn und Angst sowie der Alltag der Menschen, der sich in Festen, Krankheit und Tod oder Wegen des Konfliktaustrags widerspiegelt.
Mögen auch Fragestellung, Analyse und Forschungsdiskussion weniger im Vordergrund stehen, so gilt es doch festzuhalten, dass hier mit einer kaum für möglich gehaltenen empirischen Grundlage das Ergebnis einer kolossalen Forschungsleistung vorgelegt wird.
Ein mehr als 200-seitiger Anhang, der vorbildlich detaillierte Personen-, Orts- und Sachregister sowie ein Glossar und ein Verzeichnis der Wüstungen umfasst, machen diese bemerkenswerte Publikation, die als Nachschlagewerk wie auch als lexikalisches Lesebuch gleichermaßen fungiert, zusammen mit einem umfangreichen Bildteil und einer Kartenbeilage zu einem Standardwerk für alle Landeshistoriker wie auch für den Regional- und Ortshistoriker (nicht nur) der Altmark.
Ralf Pröve
Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 58, 2008
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