Das Politbüro der DDR vor Gericht

Wolff, Friedrich (Hrsg.)

Das Politbüro der DDR vor Gericht

Bestell-Nr 3570
ISBN 978-3-8305-3570-6
erschienen 09.12.2015
Format Hardcover mit Schutzumschlag
Umfang 1116
Gewicht 1470 g
Preis 149,00
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Friedrich Wolff ist der wissenschaftliche Notar eines deutschen Ordnungsdramas, in dem er zugleich aktiver Dramaturg war. Als Strafverteidiger und Rechtsanwalt mehrerer Mitglieder des SED-Politbüros saß er während deren 15-jähriger Strafverfolgung stets in der ersten Reihe. In der Rolle eines teilnehmenden Beobachters hat er die Geschehnisse genau verfolgt und nun mit diesem Werk das juristische Drama für die Nachwelt festgehalten.

Die Dokumentensammlung gewährt Einblicke in die Gerichtsverfahren, in denen Spitzenfunktionäre der DDR für ihre Politik verantwortlich gemacht wurden. Im ersten Abschnitt wird die rechtliche Verfolgung der Politbüromitglieder Erich Honecker, Erich Mielke, Willi Stoph, Hermann Axen und Werner Krolikowski in der DDR aufgerollt. Der zweite Abschnitt versammelt Dokumente aus den Gerichtsverfahren in der Bundesrepublik: Neben zahlreichen Unterlagen aus den Prozessen gegen Honecker, Krolikowski und Axen enthält er auch Dokumente aus Verfahren gegen u. a. Heinz Keßler, Fritz Streletz, Harry Tisch, Günter Schabowski, Egon Krenz und Hans Albrecht.

Die sogenannten Politbüro-Prozesse waren ein spezifisch deutscher Weg der Vergangenheitsbewältigung, die mittels des Zugriffs nationalen Strafrechts erfolgen sollte. Ob dieses Unterfangen gelungen ist, darüber gibt die Lektüre dieser Dokumentensammlung Aufschluss.

Dieses Buch enthält 104 s/w Abb.


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Der Herausgeber
Dr. jur. Friedrich Wolff wurde 1922 in Berlin als Sohn eines jüdischen Arztes geboren. Nach dem Krieg trat er in die KPD ein und studierte an der Humboldt-Universität Jura. Anschließend arbeitete er als Amtsrichter, Referent im Magistrat und Rechtsanwalt. Friedrich Wolff war über 20 Jahre Vorsitzender des Berliner Anwaltskollegiums und viele Jahre Vorsitzender des Rates der Kollegien der Rechtsanwälte der DDR. Stets war er Strafverteidiger in stark beachteten Prozessen in Ost und West.
Rezensionen
„Die Veröffentlichung der Dokumente ist zu begrüßen. Denn die Prozessergebnisse und die Kommentare bzw. Fachaufsätze hierzu sind im Fachschrifttum breit gestreut. Die Sammlung bietet nun Juristen, Historikern, Politologen oder einfach interessierten Lesern die Originaldokumente einschließlich der „letzten Worte“ der Angeklagten (etwa Schabowski, 622; Krenz, 626 oder Lorenz, 893 – die Zahlen beziehen sich auf die Seiten des Buches). Dabei handelt es sich nicht nur um Dokumente aus Strafverfahren, sondern auch aus Verfahren, bei denen es etwa um die Aberkennung von Renten ging (Kein Anspruch von Hermann Axen auf Rente als Kämpfer gegen den Faschismus, 1007). Der interessierte Leser erhält so einen Überblick über die komplexen Verfahren gegen Mitglieder des Politbüros und des Zentralkomitees, die sich zum Teil bis 2004 hinzogen.“
– Herbert Mandelartz, Recht und Politik, Heft 1 (2017).

"Der ebenfalls im Podium sitzende Gregor Gysi [...] würdigte die rechtshistorische Bedeutung [des Buches] für künftige Generationen, die sich unbefangen mit der Materie auseinandersetzen können."
– Ralph Dobrawa über die Buchpräsentation, Ossiertzky 1/2016


Lesen Sie hier die Rezension von Matthias Krauß in der Jungen Welt vom 18.12.2015, S. 4.


Lesen Sie hier die Rezension von Wolfgang Denzler im Portal für Politikwissenschaft, veröffentlicht am 26.05.2016.

"Friedrich Wolff […] hat aufgrund seiner Erfahrungen unter anderem im ,Honecker-Prozess‘ eine beeindruckende Aktenedition zu den Strafverfahren gegen das Politbüro vorgelegt. […]. Entstanden ist eine faszinierende Datensammlung von Prozessmaterialien […]."
– Martin Otto, Zeitschrift der Savigny Stiftung für Rechtsgeschichte, 135/2018

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