Language Rights Revisited - The Challenge of Global Migration and Communication

Richter, Dagmar; Richter, Ingo; Toivanen, Reetta; Ulasiuk, Iryna

Language Rights Revisited - The Challenge of Global Migration and Communication

Reihe Recht der Jugend und des Bidlungswesens RdJB - Bücher, Band-Nr. 4
Bestell-Nr 3100
ISBN 978-3-8305-3100-5
erschienen 16.10.2012
Format kartoniert
Umfang 382
Gewicht 551 g
Preis 49,00
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Linguistic autonomy, assured internationally to ethnic minorities, has succeeded, above all, in Europe, yet is nowhere near passing its acid test in other parts of the world. Examples show that it is not only a question of linguistic autonomy, but of ethnic and religious conflicts, which are simmering in the foreground. Hence, there are reasons for doubting whether international agreements designed to guarantee linguistic autonomy can solve these conflicts.
The protection of indigenous languages is justified largely by the principle of diversity and is derived from ecological principles. However, only people who wish to take advantage of their rights will succeed in safeguarding these rights. A language that nobody speaks or wants to speak will die. Biologists have convinced us that biodiversity preserves the balance of life on earth, cultural theoreticians however have yet to deliver evidence to this effect.
Global migration has now created further problems for language regimes in many different countries. These global migration processes are creating linguistically heterogeneous populations in many countries for which the law has not created appropriate language regimes.
Global communication obeys rules that differ greatly from the methods used in teaching foreign languages at school. The English used in global communication is not the “academic English” that is taught at school, but something very different: a language that has evolved within the context of global communication. This development allows people to create languages flexibly and inventively. It cannot, however, be grasped with the existing conception of language rights.
Language rights have appeared so far in two different forms, namely: as the legal basis of self-government, and as the legal basis of individual human rights. Considering the challenges by global migration and communication, far too much is expected of the first of the two aspects and that it is, therefore, unsuitable for solving the problems. Universally valid individual human rights definitely contain the potential for supporting what is an essential revision of language rights.

Sprachliche Autonomie, die ethnischen Minderheiten international zugesichert wird, ist vor allem in Europa erfolgreich eingeführt. Im Rest der Welt hat die den Härtetest noch nicht bestanden. Beispiele zeigen, dass es nicht nur eine Frage von sprachlicher Autonomie, sondern auch von ethnischen und religiösen Konflikten ist, die latent schwelen. Es gibt also gute Gründe daran zu zweifeln, ob die internationalen Übereinkünfte, die vereinbart wurden, um sprachliche Autonomie zu garantieren, diese Konflikte lösen können.
Der Schutz der einheimischen Sprachen wird weithin durch das Prinzip der Vielfalt gerechtfertigt und von ökologischen Prinzipien abgeleitet. Wie auch immer, es werden nur Leute, die beabsichtigen aus ihren Rechten Vorteile zu ziehen, in der Bewahrung dieser Rechte erfolgreich sein. Eine Sprache, die niemand spricht oder von der niemand will, dass sie gesprochen wird, stirbt aus. Biologen haben uns davon überzeugt, dass die Artenvielfalt das Gleichgewicht des Lebens auf der Erde bewahrt, Kulturwissenschaftler allerdings bleiben
bis jetzt noch den Beweis für diesen Effekt schuldig.
Die globale Migration hat nun neue Probleme für die Sprachenpolitik in vielen unterschiedlichen Ländern erzeugt. Diese globalen Migrationsprozesse schaffen in vielen Ländern sprachlich heterogene Bevölkerungen, für die das Gesetz keine angemessene Regelung geschaffen hat.
Globale Kommunikation gehorcht Regeln, die sich massiv von den Methoden unterscheiden, die in der Lehre fremder Sprachen in der Schule verwendet werden. Das Englisch, welches in der globalen Kommunikation gebraucht wird, ist nicht das „akademische Englisch“, das in den Schulen unterrichtet wird, sondern eine Sprache, die im Kontext der globalen Kommunikation entsteht. Dies erlaubt es den Menschen, die Sprache flexibel und schöpferisch weiter zu entwickeln. Mit dem bestehenden Konzept des Sprachenrechtes kann dieses Problem nicht bewältigt werden.
Sprachenrechtsordnungen sind bis jetzt in zwei Formen aufgetaucht: als gesetzliche Basis der Autonomie und als gesetzliche Basis der individuellen Menschenrechte. Bezüglich der Herausforderungen der globalen Migration und Kommunikation wird vom Ersten der beiden Aspekte zu viel erwartet und daher ist dieser ungeeignet, die Probleme zu lösen. Universell geltende Menschenrechte sind dagegen geeignet, den wesentlichen Inhalt der Revision des Sprachenrechts weiterzuentwickeln.

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