Laufen wir Gefahr, die Anfänge der Friedensforschung zu vergessen, das Rad neu zu erfinden? Das war zumindest der Eindruck auf einem Treffen des Arbeitskreises „Herrschaftskritische Friedensforschung“ der „Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung“ (AFK). Daher sollten die Klassiker zugänglicher gemacht, Kontroversen nachgezeichnet und aktuelle Relevanzen aufgezeigt werden.
Aus diesem Projekt ist eine Ausgabe der Friedens-Warte entstanden, die auch solche Pionierleistungen einbezieht, die gemeinhin nicht zum dezidiert kritischen Ansatz zählen. Sie enthält im Themenschwerpunkt Beiträge über Johan Galtung, Ekkehart Krippendorff, Dieter Senghaas, Ernst-Otto Czempiel, Jost Delbrück, Elise Boulding, Betty A. Reardon, Herbert C. Kelman und Hildegard Goss-Mayr. Außerhalb des Hauptthemas, aber mit ihm verbunden, stehen Aufsätze über Immanuel Kants Friedensschrift sowie das Wirken Bertha von Suttners. Das Heft bietet Einblicke in die Anfänge der Friedensforschung sowie ihre disziplinäre wie theoretische Vielfalt. Ihr überraschend aktueller Gedankenreichtum vermag bis heute zu inspirieren.