Die Friedens-Warte Sonderausgabe 2010

von Arnauld, Andreas; Staack, Michael; Tomuschat, Christian (Hg.)

Die Friedens-Warte Sonderausgabe 2010

Bestell-Nr 1758
ISBN 978-3-8305-1758-0
erschienen 15.12.2010
Format kartoniert
Umfang 88
Gewicht 136 g
Preis 16,00
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DIE FRIEDENS-WARTE – INHALT SONDERAUSGABE 2010
ABHANDLUNGEN

Climate Change and Conflict: A Critical Overview
Nils Petter Gleditsch / Ragnhild Nordås
(aus: Band 84 (2009) / Heft 2)
The world is generally becoming more peaceful, but the debate on climate change raises the specter of a new source of instability and conflict. However, there is little systematic research on the security implications of climate change. The Intergovernmental Panel on Climate Change has summarized the science of climate change, based on thousands of peer-reviewed studies, but its scenarios for the social implications are much less certain and its few statements on the security implications are largely based on outdated or irrelevant sources. In this area, the debate on the policy implications is running well ahead of its academic foundation. This article outlines some plausible scenarios for how climate change might influence conflict through mechanisms like an increased frequency of natural disasters, sea-level rise, and droughts, particularly when they interact with stagnating development and poor governance. The tentative conclusion is that there is little cause for invoking apocalyptic scenarios, but that local conflicts may well add to the burden of underdevelopment affecting many countries in the third world.


Klimawandel und Gewaltkonflikte: Das unsichere Wissen über den Kausalzusammenhang und die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Anpassung und Gewaltprävention
Helmut Breitmeier
(aus: Band 84 (2009) / Heft 2)
Das Forschungsprogramm über ‚ökologische Sicherheit’ hat bisher keine eindeutigen Befunde darüber bereitgestellt, welchen direkten beziehungsweise indirekten kausalen Beitrag die Umweltzerstörung zum gewaltsamen Konfliktaustrag leistet. Unsicher ist auch die Wissensbasis darüber, welche Konfliktursachen durch den Klimawandel erzeugt werden und unter welchen Bedingungen klimabedingte Konflikte eher gewaltsam oder friedlich bearbeitet werden. Die Friedens- und Konfliktforschung muss den Blick auf die Analyse des möglichen Einflusses des Klimawandels auf Konfliktursachen und auf die Entwicklung von Maßnahmen zur Anpassung und Gewaltprävention richten. Die fragile Staatlichkeit beziehungsweise der Staatszerfall, der in vielen Entwicklungsländern zu beobachten ist, schwächt die Fähigkeit dieser Länder zur Anpassung an den Klimawandel und zur Gewaltprävention. Für viele dieser Länder besteht die Notwendigkeit, dass auf inner- beziehungsweise zwischenstaatlicher Ebene rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden, die eine Anpassung an den Klimawandel ermöglichen und eine friedliche Konfliktbearbeitung gewährleisten.


Der völkerrechtliche Rahmen für die Sezession einer Minderheit aus dem Staatsverband: Kosovo als Präzedenzfall?
Volker Röben
(aus: Band 84 (2009) / Heft 3)
Die Erklärung der Unabhängigkeit des Kosovo wirft die Frage auf, ob ein völkerrechtlicher Rahmen für die Sezession einer Minderheit aus dem Staatsverband formuliert werden kann. Der Aufsatz entwickelt ihn als Umwandlung des materiellen Spannungsverhältnisses zwischen Territorialität und Selbstbestimmung in einen internationalisierten Verhandlungsprozess, der die Möglichkeit politischer Organisation als Kontinuum begreift. Dieser Rahmen bildet sich in der Praxis der internationalen Gemeinschaft zum Kosovo ab, das damit im Grundsatz über die Besonderheiten des Einzelfalls hinausweist. Weitergehende Überlegungen zum Potenzial des Selbstbestimmungsrechts als normativer Kern politischer Organisation auch in Mehrebenensystemen schließen den Beitrag ab.


Staatlichkeit und Intervention in Afghanistan
Conrad Schetter / Katja Mielke
(aus: Band 83 (2008) / Heft 1)
Der Artikel argumentiert, dass sich der Wiederaufbau in Afghanistan nicht an Erfolgen im Staatsaufbau messen lässt. Das Paradigma des Staatsaufbaus rangiert erst seit 2006 im Rahmen der Intervention an oberster Stelle, bis dahin war es Zielen der Terrorbekämpfung, Friedensherstellung und Stabilisierung unter- und beigeordnet. Anhand von drei Dimensionen der Intervention – militärische, politische, zivile – wird die Rolle von Staatsaufbau im Dreieck von Terrorbekämpfung, demokratischem Frieden und Stabilität beleuchtet. Dazu wird zunächst in die Diskussion um Staatlichkeit und die mit ihr jüngst identifizierten Defizite und Interventionen eingeführt, um daraufhin das Fallbeispiel Afghanistan zu analysieren. Schließlich erfolgt eine Rückbindung der Fallstudien-spezifischen Erkenntnisse an die akademische Diskussion.
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