Rio de Janeiros "Drogenkrieg“ im Lichte der Konfliktforschung und des Völkerrechts

Peterke, Sven

Rio de Janeiros "Drogenkrieg“ im Lichte der Konfliktforschung und des Völkerrechts

Eine Fallstudie zur Behandlung organisierter bewaffneter Gewalt

Reihe Bochumer Schriften zur Friedenssicherung und zum Humanitären Völkerrecht
Bestell-Nr 1611
ISBN 978-3-8305-1611-8
erschienen 20.02.2009
Format kartoniert
Umfang 171
Gewicht 256 g
Preis 29,00
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In Rio de Janeiro verteidigen so genannte Drogenfraktionen mit Waffengewalt ihre stabilisierte Gebietsherrschaft über die Elendsviertel. Herausgefordert werden sie von rivalisierenden kriminellen Zusammenschlüssen und von einem Staat, der auf diese Entwicklung mit einer Militarisierung seiner Polizeiaktionen reagiert hat. Die Konsequenz ist eine Gewaltspirale, die zunehmend kriegsähnlich zu verlaufen scheint und jährlich über 1000 Menschen das Leben kostet. Findet deshalb aber in Rio de Janeiro tatsächlich – wie Vertreter von Politik und Medien propagieren – ein "Krieg" statt? Die Besorgnis erregenden Ereignisse geben jedenfalls Anlass zu einer tieferen Auseinandersetzung mit dieser Frage. Hierzu beschreibt der Verfasser zunächst die Konfliktzusammenhänge, die diesem vermeintlichen "postmodernen Kriegsschauplatz" zugrunde liegen. Sodann versucht er mit Hilfe der Konfliktforschung und des Völkerrechts die Frage nach der zutreffenden Einordnung dieses urbanen Gewaltkomplexes zu beantworten. Dabei geht es dem Verfasser einerseits um eine präzise Begründung dafür, warum in der "cidade maravilhosa" kein bewaffneter Konflikt im Sinne des Völkerrechts stattfindet. Andererseits widmet er sich den politischen und rechtlichen Risiken der örtlichen Kriegsrhetorik und des identifizierbaren Ansinnens, die Millionenstadt als Austragungsort eines bewaffneten Konfliktes zu begreifen.
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