Vom Stil des Rechts

Triepel, Heinrich

Vom Stil des Rechts

Beiträge zu einer Ästhetik des Rechts (1947)

Reihe Juristische Zeitgeschichte, Kleine Reihe, Band-Nr. 14
Bestell-Nr 1277
ISBN 978-3-8305-1277-6
erschienen 30.01.2007
Format Hardcover
Umfang 192
Gewicht 290 g
Preis 40,00
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Mit einer Einleitung von Andreas von Arnauld und Wolfgang Durner

In seiner vor 60 Jahren posthum publizierten Abhandlung "Vom Stil des Rechts" entwickelt der große Staats- und Völkerrechtler Heinrich Triepel (1868-1946) eine Rechtsästhetik von großer Geschlossenheit, die bis heute die einzige systematische und monographische Darstellung der ästhetischen Dimension des Rechts in deutscher Sprache darstellt. Dabei baut Triepel nicht allein auf rechtswissenschaftliche, namentlich rechtshistorische Texte, sondern bezieht die Erkenntnisse benachbarter Disziplinen ein, wie der Kunstgeschichte, Geschichte, Philosophie, Literatur- und Musikwissenschaft. Für Triepel ist das Recht Kulturerscheinung, sein "Stil" Teil eines "Gesamt-" oder "Kulturstils", der die spezifische Weltsicht einer Kulturepoche speichert und sich in den verschiedenen Erscheinungen des Rechtslebens wie der Rechtssprache, Gesetzgebung, Rechtspflege, dem Rechtsverkehr oder der Rechtswissenschaft offenbart. Damit fügt sich Triepels Rechtsästhetik in heutige Debatten über habituelle Prägungen und Manifestationen des kollektiven oder kulturellen Gedächtnisses ein und erweist sich als anschlussfähig auch für kulturwissenschaftliche Theorien unserer Zeit.
Rezensionen
Das 1947 posthum publizierte kleine Buch von Heinrich Triepel (1868-1946), einem der bedeutendsten und einflussreichsten Vertreter der Staatsrechtslehre der Weimarer Zeit, ist seinerzeit ohne größeres Echo geblieben - Folge wohl der unruhigen Zeitläufte in den Jahren unmittelbar nach dem Kriegsende, in denen Triepels Thema "wie der anachronistische Nachhall einer verschütteten Epoche" gewirkt haben mag (so Andreas von Amauld und Wolfgang Durner in der Einleitung, S. V). Auch heute wird sich kaum jemand an den Versuch Triepels erinnern, sich in seinem Opusculum erstmals in systematischer Form einer ästhetischen Betrachtung des Rechts zu nähern (vgl. allerdings die Auseinandersetzung mit Triepels Rechtsästhetik in Ulrich M. Gassners großer Monografie "Heinrich Triepel. Leben und Werk", Berlin 1999, S. 504 ff.). Umso erfreulicher ist es, dass der Berliner Wissenschafts-Verlag mit dem hier vorgelegten reprographischen Nachdruck an das so gut wie verschollene Buch erinnert und zugleich Andreas von Arnauld und Wolfgang Durner Gelegenheit gibt, in einer sehr ausführlichen Einleitung Triepels Betrachtungen in die Entwicklungen des rechtstheoretischen Diskurses einzuordnen und dabei nicht zuletzt auf aktuelle Konnotationen des Textes zu verweisen, der manches von dem vorwegnimmt, was in "zeitgenössischen Versuchen", etwa der in den USA einflussreichen "Law as Literature"-Bewegung, "das Recht mit Hilfe kulturwissenschaftlicher Methodik zu kritisieren", wieder aufgenommen worden ist (Einleitung, S. XXXV).
Eine ins Einzelne gehende Wiedergabe und eine Würdigung der Triepelschen Rechtsästhetik sind an dieser Stelle nicht möglich. So sei abschließend nur noch einmal die Einleitung der Neuausgabe zitiert: „Heutigen Lesern führt die Lektüre von Triepels opus ultimum vor Augen, dass vieles schon vorgedacht war, was uns als neue Entdeckung erscheint. ... Vielleicht ist es an der Zeit, auch Triepels 'Beiträge zu einer Ästhetik des Rechts' neu zu entdecken und ihr Potential zur Belebung zeitgenössischer rechtswissenschaftlicher Diskurse zur Entfaltung zu bringen. Lohnend ist die Lektüre allemal!" (S. XEII).

Rechtsanwalt Professor Dr. Hermann Weber, Frankfurt a. M.

NJW 11/2008, S. 741