Erfahrungsraum Europa

Rees, Joachim; Siebers, Winfried

Erfahrungsraum Europa

Reisen politischer Funktionsträger des Alten Reichs 1750-1800 - Ein kommentiertes Verzeichnis handschriftlicher Quellen

Reihe Aufklärung und Europa, Band-Nr. 18
Bestell-Nr 0563
ISBN 978-3-8305-0563-1
erschienen 12.12.2005
Format kartoniert
Umfang 480
Gewicht 704 g
Preis 49,00
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Während die von bürgerlichen Autoren verfaßten Reiseberichte zu den populärsten Literaturgattungen des 18. Jahrhunderts gehörten und seit langem im Zentrum der historischen Reiseforschung stehen, haben die in Archiven und Bibliotheken bewahrten handschriftlichen Reiseaufzeichnungen von Fürsten und Fürstinnen, ihren Familienangehörigen sowie den adligen und bürgerlichen Funktionsträgern im Hof- und Verwaltungsdienst bisher ungleich weniger Aufmerksamkeit erfahren. Die europaweit durchgeführten Reisen dieser politisch-sozialen Funktionselite zeichnen sich durch ein breites typologisches Spektrum aus, das von der repräsentativen >Kavalierstour< bis zur praxisorientierten >technologischen< Informationsreise reicht.
In diesem Band werden 56 Europareisen politischer Funktionsträger aus verschiedenen Territorien des Alten Reichs im Zeitraum von 1750 bis 1800 ausführlich präsentiert. Im Mittelpunkt steht dabei die genaue Charakterisierung der jeweils zu einer Reise gehörigen Schrift- und Bildzeugnisse. Insgesamt finden sich 195 Einzeldokumente (u. a. Tagebücher, Briefe, Skizzenbücher, Rechnungen) aus 48 öffentlichen Archiven und Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland verzeichnet. In einem ausführlichen Kommentar werden biographische und administrative Hintergründe der Reise geschildert, inhaltliche Schwerpunkte der Berichterstattung dargelegt und die Einzelquellen kritisch gewichtet. Textauszüge aus Tagebüchern und Briefen sowie zeitgenössische Porträts der Reisenden, vielfach während der Aufenthalte in den europäischen Kunstzentren entstanden, vermitteln ein anschauliches Bild des historischen Reisegeschehens. In der überblicksartigen Einleitung wird u. a. eine Typologie der im Untersuchungszeitraum vorherrschenden Reise- und Beschreibungsformen entwickelt.
Das hier aufbereitete Quellenkorpus bietet vielfältiges, zum größten Teil unpubliziertes Material für die historische Reise-, Hof- und Residenzforschung, die historische Eliten-, Geschlechter- und Selbstzeugnisforschung sowie für die Sozial-, Mentalitäts- und Kommunikationsgeschichte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die herausragende Bedeutung des Reisens für den Kultur- und Wissenstransfer in der Hochphase der europäischen Aufklärung gewinnt in diesen Quellen konkrete Anschaulichkeit.

Rezensionen
Ein mehrjähriges, von der DFG gefördertes Erhebungs- und Forschungsprojekt "Die enzyklopädischen Europareisen der politischen Funktionsträger des Alten Reichs: Praktizierter Kulturtransfer 1763-1789", aus dessen Umkreis die beiden Verantwortlichen schon vor Jahr und Tag einen aus der dichten Forschungslandschaft markant herausragenden Tagungsband veröffentlicht haben (vgl. HZ 277, 2003, 203 f.), erfährt mit der vorliegenden Publikation (wohl) seinen Abschluss. Die Hrsg. haben in den deutschen Archiven und Bibliotheken (deutsch versteht sich als bundesrepublikanisch) zwar deutlich mehr als die hier vorgestellten Reisejournale ermitteln können (insgesamt 190 Handschriften und Akten), aber sie sollen wohl nicht mehr in ähnlicher Weise aufbereitet werden wie die hier präsentierte Auswahl. Da die Adelsarchive überhaupt nicht ins Visier genommen wurden und zahlreiche der angeschriebenen Archive und Bibliotheken nicht reagierten, kommt man nicht umhin festzuhalten, dass von einer einigermaßen erschöpfenden flächendeckenden Erhebung noch nicht die Rede sein kann. Was könnte sich alles noch in den nach Böhmen gelangten Archiven deutscher Adelsfamilien finden lassen!
Sieht man aber davon einmal ab, gibt die hier vorgelegte, durchaus als repräsentativ anzusehende Sammlung von 56 Quellen – "ausführlich kommentierten Einträgen" – einen hervorragenden Einblick in die Praxis adligen und elitären Reisens im ausgehenden Ancien Régime. Dieser Eindruck wird verstärkt dadurch, dass die Bearbeiter in einer langen Einleitung ihr Quellenmaterial strukturiert haben und vergleichend nicht nur die verschiedenen Typen des Reisens herausarbeiten, sondern auch die inhaltlichen Aspekte des Reisens im (mehrschichtig zu verstehenden) "Erfahrungsraum Europa" systematisieren. Dass ihre quantitative Analyse nicht unbedingt umwerfend Neues bringt, etwa was die Zielländer betrifft, vermag den Kenner nicht wirklich zu überraschen. Die Quellenbeschreibungen ersetzen selbstredend die Konsultation der Autographen nicht. Sie geben aber erschöpfend Auskunft, was man wo erwarten kann und was nicht. Insofern ist hier Grundlagenarbeit im besten Sinn des Wortes geleistet worden.

(Heinz Duchhardt)

Historische Zeitschrift Band 284 (2007), Buchbesprechungen Frühe Neuzeit, S. 482




Die Erschließung neuen Quellenmaterials, dessen Aufarbeitung und Bereitstellung für die weitere wissenschaftliche Bearbeitung, gehört zur Grundlagenforschung in den historischen Wissenschaften. Das ist ein Gemeinplatz, aber deshalb nicht weniger wahr. Im Hinblick auf die historische Reiseliteraturforschung erscheinen die Forderungen sowohl nach einer umfassenden bibliographischen Erfassung der Reiseberichte als auch nach einer breiten Erhebung bisher nicht edierter Reiseberichte bzw. anderer schriftlicher Zeugnisse, die Auskunft über Reisen geben, in schöner Regelmäßigkeit. Diese Wünsche haben durchaus ihre Berechtigung. Allerdings erweist sich deren Umsetzung als keineswegs einfach. In dieser Hinsicht ist der Beitrag der Potsdamer Arbeitsgruppe am Forschungszentrum für Europäische Aufklärung besonders hervorzuheben. Der vorliegende Band ist das Ergebnis des von der DFG von 1998 bis 2002 geförderten Projekts "Die enzyklopädischen Europareisen der politischen Funktionsträger des Alten Reiches: Praktizierter Kulturtransfer 1763-1789". Ziel des von Christoph Frank, Joachim Rees, Winfried Siebers und Hilmar Tilgner durchgeführten Projekts war es, die Reisetätigkeit der politischen Elite des Alten Reiches in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts anhand von Primärquellen zu dokumentieren. Der nun von Rees und Siebers vorgelegte Band ist ein Auswahlverzeichnis der ermittelten Quellen, die diese Reisen beschreiben. Dem kommentierten Quellenverzeichnis ist eine ausführliche Einleitung vorangestellt (11-112). Am Anfang steht ein knapper Überblick über die Themen und Schwerpunkte der Reiseliteraturforschung der letzten Jahrzehnte. Wichtig, nicht nur für den vorliegenden Zusammenhang, ist der Hinweis, dass der Anteil an gedruckten Reiseberichten aus dem Kreis der politischen Funktionsträger sehr gering ist. Bei der Recherche zu dem Projekt sind daher die Bestände von mehr als 80 Archiven und Bibliotheken gesichtet worden. Der Fokus lag dabei auf Tagebüchern, Briefen und weiteren die Reisen betreffenden Quellen, etwa Rechnungen und Instruktionen. Insgesamt konnten so 235 Reisen ermittelt werden, von denen 194 in unterschiedlichem Umfang dokumentiert sind, 61 davon durch Reisetagebücher. Die Grundintention sowohl für die Erhebung insgesamt als auch für die vorliegende Quellenauswahl bestand darin, die komplexe Struktur der Überlieferung der Reise abzubilden. Neben den Tagebüchern kamen daher auch andere Quellen in Betracht, wobei es sich um vor- und nachbereitende sowie während der Reise anfallende schriftliche Zeugnisse handelt. Diese unterschiedlichen Quellen werden von den Autoren in vier Gruppen unterteilt. An erster Stelle stehen die "narrativen Quellen". Den Schwerpunkt bilden hierbei die Tagebücher und Briefe, die mit ihrer jeweiligen Sichtweise als besonders geeignet für die zentrale Fragestellung nach der individuellen Wahrnehmung und deren schriftlicher Fixierung angesehen werden. Die zweite Gruppe bilden die "dokumentarischen Quellen", also Listen, Rechnungen etc., die entsprechende Aufschlüsse über reisepraktische Fragen liefern können, so etwa auch über die Zusammensetzung der Reisegesellschaft. Einen dritten Schwerpunkt bilden "Umkreisquellen". Hierzu gehören in erster Linie Reiseinstruktionen, Anstellungsgesuche, Empfehlungsschreiben etc. Die letzte Gruppe stellen die "Bildquellen" dar. Diese reichen von Zeichnungen in den Tagebüchern über eingelegte Druckgraphiken bis hin zu eigens geführten Skizzenbüchern. Ausführlicher widmen sich die Autoren dem Reisetagebuch als der zentralen Quelle ihrer Erhebung, das sie in Anlehnung an Michael Maurer als Leitgattung definieren. Die Gattungstraditionen des Tagebuchs, besonders des Notatenjournals, verbinden sich mit den Textfunktionen des Reiseberichts. Als dessen konstitutives Gattungsmerkmal heben Rees und Siebers in erster Linie den Wechsel zwischen dynamisch-narrativen und statisch-deskriptiven Elementen hervor. Mit Blick auf die kulturelle Funktion unterscheiden sie vier Bereiche: Information, Tradition, Memoria und Nachweis der Reise. Der Unterhaltungsaspekt wird als sekundär eingestuft, was im Hinblick auf die behandelten Berichte zweifelsohne richtig ist. Gleichwohl gewinnt diese Funktion am Ende des 18. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung, zumindest wenn man die (gedruckten) Reiseberichte insgesamt betrachtet. Bei der wissenschaftlichen Bearbeitung von Reiseberichten ergeben sich zahlreiche Problemfelder, von denen die wichtigsten von den Autoren benannt werden. Dazu gehören die unterschiedlichen Bearbeitungsstufen der Berichte sowie der zeitliche Abstand der jeweiligen Redaktionen zur Reise selbst, die Kompilation der die Reise betreffenden Dokumente durch Dritte und die Einflüsse von bereits gedruckten Reiseberichten auf den Text. Gerade der letzte Punkt, der das Feld der Intertextualität und der Textgenese berührt, ließe sich noch um zahlreiche Aspekte erweitern, etwa um die Rezeption von Stadtbeschreibungen oder von landeskundlicher Literatur. Die Reisetypen, die durch die ausgewählten Quellen repräsentiert werden, erfahren von den Autoren eine ausführliche Erläuterung. Die Unterteilung erfolgt nach der Reiseform und der sozialen Stellung der Reisenden, so dass sich folgende Typen finden: Fürstenreisen, Reisen von Fürstinnen und Prinzessinnen, Prinzenreisen, Informationsreisen in landesherrlichem Auftrag, Kavalierstouren und Ausbildungsreisen bürgerlicher Führungsschichten sowie Gebildetenreisen. Die früheste hier dokumentierte Reise ist die des Erbprinzen Christian Friedrich Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach 1751-1753 in die Schweiz und nach Italien. Den Abschluss bildet die Reise der Erbprinzessin Auguste Caroline Sophie von Sachsen-Coburg-Saalfeld 1795 nach Russland. Gerade diese letzte Reise lenkt den Blick auf ein Feld, das erst in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit erfahren hat, nämlich die Reisen von Fürstinnen und Prinzessinnen. Aus diesem Bereich versammelt der Band sechs Beispiele. Zur Beschreibung der ausgewählten Reisen und ihrer textlichen Überlieferung entwickelten die Autoren ein aus bis zu elf Punkten bestehendes Raster, das sich an das Muster der von Werner Paravicini herausgegebenen Bände zur Bibliographie der europäischen Reiseberichte anlehnt. [1] Am Anfang stehen der "Hauptreisende" und das Reisejahr, gefolgt von der Rubrik Reiseland bzw. Reiseländer. Es schließen sich Angaben zur genauen Reisezeit und den Mitreisenden an. Ein Itinerar gibt Auskunft über den genauen Verlauf der Reise. Der Punkt "Handschriftliche Überlieferung" umfasst sämtliche im Zusammenhang mit der Reise stehenden Quellen, die ermittelt wurden. Der jeweilige Kommentar variiert nach der Überlieferungslage. Er enthält Angaben zum Anlass der Reise, zum biographischen Hintergrund des "Hauptreisenden" und zu den Mitreisenden. Weiterhin erfolgt eine Inhaltsangabe zur jeweiligen zentralen narrativen Quelle. Abschließend wird der individuelle Ertrag der Reise beleuchtet. In einem weiteren Punkt werden eventuelle spätere Reisen aufgelistet. Jeder Beitrag enthält eine Literaturliste, die, sofern vorhanden, gedruckte Berichte nachweist und weitere Literatur zur Person bzw. zur Reise bietet. Für etwa die Hälfte der Beiträge schließt sich ein ausführlicher Textauszug an, der den typischen Charakter der Quelle spiegelt. Insgesamt gewährt der Band einen guten Überblick über das breite Spektrum von Reisen der politischen Funktionsträger des Alten Reiches. Die ausführlichen Informationen zu den ausgewählten Reisen gestatten einen ersten Einblick in Bezug auf die jeweilige Reiseform und die Art und Weise des Berichts. Die Begründung der Auswahl der ausführlich dokumentierten 56 Reisen ist ausreichend. Sie entsprechen dem von den Autoren betonten Kriterium der Repräsentativität für die Reise- und Berichtsformen. Das Argument, dass auch die Aufnahme aller ermittelten Reisen kein vollständiges Bild geliefert hätte, zum einen aufgrund der Überlieferung, zum anderen durch die Beschränkung der Recherchemöglichkeiten, ist nicht von der Hand zu weisen. Gleichwohl wäre es durchaus wünschenswert gewesen, wenn zumindest die 61 durch Tagebücher dokumentierten Reisen aufgeführt worden wären, da bei den 56 ausgewählten Reisen ohnehin die Mehrzahl in diese Gruppe gehört. Daneben wäre sicher auch eine kurze chronologische Aufstellung aller ermittelten Reisen interessant gewesen. Ein umfangreicher Anhang erleichtert die Benutzung des Bandes und liefert ergänzendes Material, etwa zu den abgebildeten Reiseporträts. Vor dem Hintergrund des hier vorliegenden Bandes, der das bisher wenig beachtete Reiseverhalten der politischen Eliten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts behandelt, stellt sich aber auch die Frage, wie sich dieses am Beginn des 19. Jahrhunderts weiter entwickelte. Anders etwa als die Kriege des 18. Jahrhunderts dürften die Napoleonischen Kriege einen erheblich größeren Einfluss auf das Reiseverhalten gehabt haben. Das betrifft zum einen die geographische Ausdehnung der Auseinandersetzungen, die viele "klassische" Reisestationen zu Kriegsschauplätzen machte. Zum anderen erschwerten die direkten und indirekten ökonomischen Folgen der Konflikte das Reisen allein schon aus praktischen Gründen. Die Herausbildung von Nationalstaaten und Grenzen im eigentlichen Sinn schränkte die Bewegungsfreiheit ein. Zudem büßten die klassischen Reiseformen vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels, der sich im 19. Jahrhundert vollzog, ihre Bedeutung ein. Auf der einen Seite beginnt der Übergang zum modernen Tourismus, und auf der anderen Seite findet sich die Forschungsreise. Das heißt aber zugleich, dass sich auch in dieser Richtung nicht wenige Anknüpfungspunkte für weitere Arbeiten im Kontext der historischen Reiseliteraturforschung ergeben.
(Holger Kürbis, Universität Potsdam)

sehepunkte 6(2006), Nr 9 (15.9.2006)

L’enquête menée dans quarante bibliothèques et dépôts d’archives d’Allemagne par une équipe de Potsdam (FAE) sur les sources manuscrites du voyage des élites politiques en Europe au cours de la seconde moitié du XVIIIesiècle permet de se faire une idée relativement précise et diversifiée d’une pratique qui allie sociabilité mondaine et diplomatie, voire plus si affinité. Dans un ensemble de 194 manuscrits, ces 56 relations de voyage composées par des responsables au sens large – économie et religion comprises – ont pris naturellement des formes diverses, allant du journal de route à l’autobiographie récrite. Quelques-unes sont illustrées de dessins de paysages, de croquis techniques ou de gravures. La structure de ces récits dépend largement de leur genre et de leur destination: cela va de la liste sèche à l’orchestration d’un séjour avec tout ce qu’il comporte de rencontres et de divertissements. Les douze voyages de princes souverains répertoriés ont un caractère particulier: leur organisation et la relation qui en est faite sont confiées à des mains mercenaires, car le voyage princier est d’abord de la politique de communication, même s’il se déroule incognito. En contraste, les onze voyages de princesses permettent de mesurer l’écart avec les précédents: ils semblent moins convenus et apportent à la typologie générale des voyages une variante intéressante bien délimitée par l’ouvrage, dont la quête d’une future alliance familiale et dynastique n’est pas le moindre aspect. Le »Grand Tour« des futurs princes souverains est plus connu; quatorze exemples sont fournis: c’est aussi un moyen de se signaler pour l’avenir. Princes non souverains, aristocrates et grands bourgeois pratiquent aussi cet exercice qui complète la formation dispensée dans les Académies et les collèges des villes de l’Empire. C’est en marge de cet ensemble que se situent les quelques voyages d’intellectuels et de savants issus de la noblesse et de la bonne bourgeoisie. D’ailleurs, la notion de voyage européen est, de ce point de vue, conçue au sens le plus varié, puisque la moitié des voyages retenus concerne, naturellement, l’Italie, mais l’Empire en constitue le préambule et la conclusion, souvent des pages essentielles à la spécificité du récit. Un même nombre concerne la France, et seize Paris. D’autres voyages ont pour but ou pour lieu de transit la Suisse, les Pays-Bas autrichiens, la Hollande, la Grande-Bretagne, voire la Russie, qui devient une destination à la mode dans les années 1770, dont celle du prince Henri de Prusse chez Catherine II. Le voyage en Italie par la France du Sud que fait en 1754 la célèbre margrave de Bayreuth, soeur de Frédéric II, est relaté dans ses »Mémoires«, mais aussi dans cinq autres sources manuscrites relevées par les auteurs de l’ouvrage. Comme la princesse de Prusse, de nombreux princes ou accompagnateurs de ceux-ci rédigent en français ces relations en s’inspirant, tel le comte de Werthern-Beichlingen, des guides de voyages classiques en Italie, au premier chef Misson et Addison. D’autres restent plus discrets sur des sources qui nourrissent des pages où ils se surprennent à se sentir auteurs de contrebande. Les idées reçues sont aussi du voyage: en France, note Friedrich Wilhelm von Arnim, en 1761, »les hommes sont efféminés et les femmes capricieuses, coquettes et très libres, négligent tous les soins et souvent bien des devoirs«: cette réflexion rédigée en français est à la suite de son journal de Strasbourg … L’ouvrage publie divers extraits de ces voyages, dont de nombreux textes français: on sourira de la leçon de prononciation anglaise prodiguée devant le Vésuve par Laurence Sterne à Georg Heinrich von Berenhorst, accompagnateur du prince d’Anhalt-Dessau; il y a là une scène d’anthologie à la »Tristam Shandy«. On s’intéressera au récit du premier essai lyonnais de ballon par Montgolfier décrit et représenté graphiquement en novembre 1783 dans le texte même par le comte Friedrich von Reventlow, qui venait de rencontrer la mère de Goethe à Francfort, Lavater à Zurich, Charles Bonnet à Genève, avant de fréquenter en Italie le meilleur des artistes vivants, de Pompeo Batoni à Angelika Kauffmann. Les rares voyages à vocation technologique font partie de ces entreprises à la limite de l’espionnage industriel naissant dont l’Angleterre était le terrain d’études favori depuis le milieu du XVIIIe siècle: les récits illustrés de machines hydrauliques par Léopold von Westen (1786–1787), de Johann Christian Schmidt (1776) en Hollande, de Fritz von Stein (1794–1795) en Angleterre témoignent de cette tentation. Si pendant la guerre de Sept Ans, les voyageurs allemands en France étaient souvent pris pour des Anglais, il est évident que la Révolution détourna de ce pays l’essentiel des voyageurs de la haute aristocratie. Le premier sentiment de curiosité passé, l’Angleterre devint un substitut du voyage en France, sans que l’Italie en souffre dans son statut de patrie des Arts. Les 56 notices sont construites de manière à retrouver rapidement ce que l’on cherche, des sources au contenu et à la bibliographie. De fort utiles index permettent de circuler dans un livre qui sera à l’origine, n’en doutons pas, de fructueuses recherches sur des documents encore largement inédits.

François Moureau

Francia-Recensio 2008/3
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