Bibliographie juristischer Festschriften und Festschriftenbeiträge

Dau, Helmut; Pannier, Dietrich

Bibliographie juristischer Festschriften und Festschriftenbeiträge

Deutschland - Schweiz - Österreich. Bibliography of Legal Festschriften Titels and Contents. Germany - Switzerland - Austria. Band 10 1997-1999 mit/including Festschriftenregister 1864-1999

Reihe Bibliographie juristischer Festschriften und Festschriftenbeiträge, Band-Nr. 10
Bestell-Nr 0229
ISBN 978-3-8305-0229-6
erschienen 01.06.2006
Format Hardcover
Umfang 879
Gewicht 1049 g
Preis 198,00
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... Der neue "Dau" ist da! Man kennt das Buch aus den Vorbänden in seiner Verläßlichkeit, man könnte mit Freude über die Aktualisierung eines bewährten Behelfes zur Tagesordnung übergehen. Doch halt! Die Genauigkeit und Verläßlichkeit besticht, doch die Qualität wurde nochmals angehoben. Die systematische Gliederung hat in Anlehnung an die "Karlsruher Juristische Bibliographie" eine erhebliche Verfeinerung erfahren, die das spezifische Suchen erleichtert und treffsicherer macht ...

Prof. Dr. Hans Hoyer in: IPR und Europarecht (Wien) 1996


... Wie seine Vorgänger besticht der vorliegende Band durch seine Perfektion. Auch für einen Überblick im Festschriftenbereich ist diese Bibliographie durch ihre Übersichtlichkeit hervorragend geeignet. Im juristischen Bereich ist nach wie vor die mangelnde Erschließung unselbständiger Literatur zu beklagen. Zumindest aber für den Bereich der Festschriften liegt jedoch mit dieser Bibliographie ein lohnenswertes und einfach zu handhabendes Hilfsmittel vor, das in keiner wissenschaftlichen juristischen Bibliothek fehlen sollte ...

Karin Knaf-Wutz in: Recht, Bibliothek, Dokumentation, Jg. 2001, S. 43


Aus dem Inhalt

A. Bibliographie der Festschriften / Bibliography of Festschriften 11
I. Festschriften für einzelne Persönlichkeiten / Festschriften Dedicated to Named Individuals 11
II. Festschriften anläßlich besonderer Ereignisse / Festschriften Celebrating Special Occasions 51

B. Bibliographie der Festschriftenbeiträge / Analytical Bibliography of Festschriften Contents 61
I. Übersicht der einzelnen Rechtsgebiete 61
1. Rechtsgebiete in systematischer Ordnung 61
2. Rechtsgebiete in alphabetischer Ordnung 66
3. Key to Major Subject Areas 69
II. Verzeichnis der Beiträge / List of Articles 73

C. Register / Indices 651
1. Verfasser- und Herausgeberregister / Author and Editor Index 651
2. Namenregister / Index of Names 701
3. Geographisches Register / Geographical Index 707
4. Sachregister / Comprehensive Subject Index 715
5. Festschriftenregister 1864-1993 / Index of Festschriften 1864-1993 835

D. Nachtrag: Im Jahre 1994 erschienene Festschriften / Supplement: Festschriften published in 1994
Rezensionen
Helmut Dau, der Begründer und langjährige Bearbeiter dieser laufenden Bibliographie der juristischen Festschriften aus den deutschsprachigen Ländern und der darin enthaltenen Beiträge, die dank eines nachträglich bearbeiteten retrospektiven Bandes für die Berichtszeit 1864/1944 (1984) über mehr als 130 Jahre berichtet, nahm mit Bd. 9 1994/96 (1998) Abschied und äußerte dabei die Hoffnung, "daß ein jüngerer Nachfolger die Bibliographie fortführen" möge, ein Wunsch, den alle zufriedenen Benutzer dieser Bibliographie von Herzen teilten. Die Suche nach einem Nachfolger dauerte längere Zeit, konnte aber mit der Gewinnung von Dietrich Pannier glücklich gelöst werden, da auch er, wie schon Dau, als Bibliothekar an einer bedeutenden juristischen Bibliothek (der des Bundesgerichtshofs) wirkt; seine Mitarbeiterin, Anja Aulich, ist an der Teilbibliothek des BGH bei dessen 5. Strafsenat in Leipzig tätig. Auch wenn die Bibliographie nicht zu seinen Dienstaufgaben gehört, ist es doch von unschätzbarem Vorteil, wenn in der eigenen Bibliothek die Masse der auszuwertenden Festschriften vorhanden ist. Wegen der längeren Suche nach neuen Bearbeitern und der erforderlichen Einarbeitung in die Usancen der bisherigen Bände waren viele Festschriften aufzuarbeiten, um den Anschluß an die Berichtszeit des Vorgängerbandes herzustellen, was hinlänglich den Berichtsverzug von rund sieben Jahren erklärt, der bei den vorhergehenden Bänden meist nur zwei Jahre betragen hatte. Daß aus demselben Grund eine "aus unserer Sicht anstehende Überarbeitung der erschließenden Systematik" noch nicht vorgenommen wurde (Vorw. S. 5), leuchtet ein.
Obwohl auch der neueste Band wiederum drei Berichtsjahre umfaßt, ist die Zahl der ausgewerteten Festschriften von 229 in Bd. 9 auf 281 angestiegen; sie werden im ersten Teil getrennt nach solchen für einzelne Persönlichkeiten und solchen für besondere Anlässe mit allen bibliographischen Angaben (aber ohne ISBN und ohne Preis) verzeichnet und durch Schlagwörter für die Hauptsachgebiete annotiert. Die laufenden Nummern dieses Verzeichnisses dienen als Siglen für die im zweiten Teil feinsystematisch verzeichneten Festschriftenbeiträge, dem eine systematische Übersicht über die Rechtsgebiete sowie darauf bezogene deutsch- und englischsprachige alphabetische Register vorangehen. Die 8858 im Anschluß an die Festschriften durchnumerierten Festschriftenbeiträge enden bei Nr. 9139, und ein Vergleich mit der Zahl der in den Bänden 7 - 9 nachgewiesenen Aufsätze (5941, 6163, 7895) belegt die ungebrochene Beliebtheit dieser Publikationsform bei den Juristen. Register der: 1. Verfasser und Herausgeber; 2. Personen, die in biographischen Beiträgen behandelt sind; 3. Geographica (außer für Deutschland; Osterreich und die Schweiz sind nach den Abschnitten der Systematik untergliedert); 4. Schlagwörter; 5. Festschriften für alle Bände der Bibliographie, also für die Erscheinungsjahre 1864 - 1999. Die Tatsache, daß die Aufsätze in deutschen juristischen Festschriften (und auch einigen österreichischen und schweizerischen) in Kooperation der Bibliotheken des Bundesgerichtshofs, des Bundesverfassungsgerichts und des Juristischen Seminars der Universität Tübingen formal im SWB erschlossen werden, spricht nicht gegen den Nutzen der gedruckten Bibliographie, die einen raschen sachlichen Überblick ermöglicht, während die Recherche im SWB über die dort für die unselbständige juristische Literatur verwendete Notation nur Eingeweihten vertraut sein dürfte. Sehr erwünscht wäre eine Reduzierung des Berichtsverzugs durch die baldige Publikation weiterer Bände. Dieses wäre nach Auffassung des Rezensenten wichtiger, als eine Überarbeitung der Systematik, die warten könnte, bis die Bibliographie wieder à jour ist.

(Klaus Schreiber>/i>

http://naxos.bsz-bw.de/rekla/show.php?mode=source&eid=IFB_06-1_123



"Was brauche ich ein Ehrengrab, wenn ich eine Festschrift hab'?" war der Titel eines kleinen selbstironischen Dankesgedichts, welches der Wiener Ordinarius für Handelsrecht o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Krejci anlässlich der Präsentation der ihm zum 60. Geburtstag gewidmeten, alle bisherigen österreichischen Maßstäbe brechenden Festschrift im Jahre 2001 zum Besten gab. Zwei dicke, 2156 Seiten umfassende Festschriftenbände mit insgesamt 102 Aufsätzen zeugen einerseits von der Bedeutung des Geehrten, andererseits wohl auch von der Beharrlichkeit der Herausgeber. Knapp 50 Seiten hat immerhin das Gedichtbändchen, welches ebenfalls 2001 gedruckt wurde und die Memorialfunktion von Festschriften so prägnant umschreibt. Eine wissenschaftliche Festschrift ist per definitionem ein Sammelwerk, welches Beiträge mehrerer Verfasser zu Ehren einer Person (oder zum Jubiläum einer Institution) enthält. Die Aufsätze sollten die Fachgebiete des Gefeierten behandeln. Darüber hinaus findet man in den meisten Festschriften einen Lebenslauf, ein Publikationsverzeichnis, bisweilen auch ein Bildnis des Gefeierten. Diese Daten sind des Öfteren wahre Recherche-Fundgruben. Da Festschriften besonders im juristischen Bereich verbreitet sind und sich in den letzten Jahrzehnten eine immer weiter zunehmende Flut an Festschriften über die Bibliothekslandschaft ergoss, stellte sich auch immer mehr das Problem nach der Erfassung der einzelnen Aufsätze. Unselbständige Literatur wird in der Regel in Bibliothekskatalogen nicht extra verzeichnet. Erst in jüngster Zeit hat man hier vereinzelt Fortschritte erzielt (siehe dazu die laufenden Projekte zum "Catalogue-Enrichment"). Für den juristischen Bereich schuf Helmut Dau Abhilfe. Seit 1962 gab er eine für die juristische Recherchearbeit unverzichtbare "Bibliographie juristischer Festschriften und Festschriftenbeiträge. Deutschland - Österreich - Schweiz" - kurz einfach der "Dau" genannt - heraus, die den Zeitraum von 1864 bis 1996 abdeckte:
- Band 0: Festschriften 1864/1944
- Band 1: Festschriften 1945-1961
- Band 2: Festschriften 1962-1966
- Band 3: Festschriften 1967-1974
- Band 4: Festschriften 1975-1979
- Band 5: Festschriften 1980-1984
- Band 6: Festschriften 1985-1987
- Band 7: Festschriften 1988-1990
- Band 8: Festschriften 1991-1993
- Band 9: Festschriften 1994-1996
Nachdem Helmut Dau aus Altersgründen keinen weiteren Band mehr betreuen wollte, fand man in Dietrich Pannier, Leiter der Bibliothek des Bundesgerichtshofes, einen "würdigen" Nachfolger, der wiederum durch Anja Aulich, Bibliothek des 5. Strafsenats des BGH in Leipzig, kongenial unterstützt wird. Pannier bestreitet zwar im Vorwort des neuen Bandes, dass es dazu einer "würdigen Person" bedarf, vielmehr seien sie "arbeitswillige Bearbeiter, welche die bibliografische Arbeit in ihrer Freizeit stetig voranbringen" (S. 5). Im Idealfall - wie hier - wird wohl beides vorliegen. Das vorliegende Ergebnis spricht jedenfalls ob seiner Güte und Perfektion für sich. Der neue Dau-Pannier umfasst den Berichtszeitraum 1997 bis 1999 und enthält die bibliographischen Daten zu 281 juristischen Festschriften (S. 11-60). 9139 Beiträge wurden aus diesen Festschriften separat systematisch verzeichnet (S. 61-650) und durch eine Vielzahl an Registern (Verfasser- und Herausgeber-, Namen-, Geographisches Register, Sachregister: S. 651-834) erschlossen. Die Bibliographie endet mit einem alle bisherigen Bände umfassenden "Festschriftenregister 1864-1999" (S. 837-879). Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die gewaltigen, dadurch erschlossenen Literaturmengen: Im Durchschnitt erschien in den genannten drei Jahren alle fünf Tage eine juristische Festschrift und umfasste etwa 32 bis 33 Aufsätze! Wollte man alle Beiträge lesen, dann müsste man sich jeden Tag mit 6 bis 7 Aufsätzen beschäftigen! Für den anglo-amerikanischen Bereich des Common Law hat der Australier Michael Taggart die Frage gestellt, ob Festschriften "Gardens or Graveyards of Scholarship?" seien (Oxford Journal of Legal Studies 2002 22 (2):227-252; doi:10.1093/ ojls/22.2.227). Seiner Meinung nach wären in seinem Untersuchungsbereich eine Vielzahl von Aufsätzen mangels einer entsprechenden Festschriftenbibliographie "verschüttet", die Festschriften selbst hätten damit leider nur die Funktion von "Gräbern der Gelehrsamkeit" - und hier sind nicht die Krejci'schen Ehrengräber gemeint. Erst durch umfassende bibliographische Erfassung würden sie hinreichend erschlossen werden und die Chance bieten, zu "Gärten der Gelehrsamkeit" aufzublühen, die viele neue (wissenschaftliche) Pflänzchen hervorzubringen imstande wären. In diesem Sinne ist der neue Dau/Pannier ein wunderbares Handbuch der juristischen Festschriften-"Gartenbaukunst", welches Informationsschneisen in das sonst verworrene Dickicht der Festschriften schlägt.
Den Bearbeitern ist dafür Dank abzustatten und gleichzeitig Mut zuzusprechen, denkt man nur daran, dass angesichts der steigenden Anzahl von juristischen Lehrstühlen der Festschriftendschungel immer weiter wächst!
Josef Pauser, Wien

"Mitteilungen der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare", VÖB 59 (2006) Nr. 2, S. 75
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