Literatur als religiöses Handeln?

Grözinger, Karl; Rüpke, Jörg

Literatur als religiöses Handeln?

Reihe Religion - Kultur - Gesellschaft, Band-Nr. 2
unverbindliche Preisempfehlung:
Bestell-Nr 0119
ISBN 978-3-8305-0119-0
erschienen 01.01.2000
Format kartoniert
Umfang 372
Gewicht 534 g
Preis 23,00
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Schreiben, das Verfassen von großen und kleinsten Texten, das Notieren von Begriffen oder Merkwörtern, begleitet das Leben fast aller Menschen dieser Welt. Auf der Schrift ruhen die Kulturen. Dies wird so selbstverständlich hingenommen, daß die ursprüngliche religiöse Bewertung des Schreibens kaum mehr bewußt ist, auch da, wo das Schreiben geradezu zum Religionsersatz wird.
„Schreiben als Form des Gebetes“, notierte Franz Kafka in seinen nachgelassenen Texten, und der russische Dichter Puschkin vergleicht die Berufung zum Poeten mit der des biblischen Propheten Jesaja. Der preußisch-protestantische Theologe Schleiermacher will sein Bildungsprogramm für „edle Frauen“ in die Form eines Katechismus kleiden, und die offizielle achtbändige „Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ der DDR gibt sich die Aura einer heiligen Schrift, was schon Stephan Heym parodierend entlarvte.
Sechzehn Autoren und Autorinnen aus Religions- und mehreren Literaturwissenschaften, Historiker und Erziehungswissenschaftler gehen in diesem Band der Bedeutung von Schreiben, Schrift und Literaturproduktion in verschiedenen Kulturen und Religionen der Welt nach und vermitteln ein neues Nachdenken darüber, was uns Menschen Schreiben und Literatur bedeuten – ein zugleich hochaktuelles Thema angesichts der Debatte um die deutsche Rechtschreibung.
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