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NEWSLETTER vom 28.06.2010 Sehr geehrte Leserinnen und Leser ! Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie fruchtbar die Erweiterung der Skandinavistik durch kulturgeschichtliche und politikwissenschaftliche Fragestellungen ist, hätte die Abschiedsvorlesung von Bernd Henningsen am 24.06. in der Humboldt Universität dies überzeugend belegt. In einer "opulenten" Auseinandersetzung mit dem Künstler und Philosophen Asger Jorn und seinem Skandinavischen Institut für vergleichenden Vandalismus zeigte Henningsen, zu welchen überraschenden Ergebnissen ein transdisziplinärer Zugang zu Forschungsgegenständen führt. Die ihm bei dieser Gelegenheit von seinen ehemaligen Mitarbeitern, Kollegen und Freunden gewidmete Festschrift "Vom alten Norden zum neuen Europa: Politische Kultur im Ostseeraum" enthält diese Ansätze transnationaler Kulturforschung, die Henningsen während seiner wissenschaftlichen Laufbahn pflegte. Zusammen mit der deutschen Sektion der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA) haben wir diese Woche den von Reiner Braun, Peter Becker und Dieter Deiseroth herausgegebenen Band "Frieden durch Recht?" ausgeliefert. In diesem Band wird eine Grundsatzdebatte über die Verrechtlichung der internationalen Beziehungen mit dem Ziel der strafrechtlichen Sanktionierung von Verletzungen des völkerrechtlichen Gewaltverbots geführt. Die Schaffung eines neuen Rechtsgebiets, des "Friedensrechts" wird empfohlen, um die nationalen und supranationalen Quellen zu ordnen und in der Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein für die Implementierung eines umfassenden Friedensvölkerrechts zu schaffen. In diesem Zusammenhang ist auch auf einen weiteren Titel unseres Programms "Friedensforschung" hinzuweisen. In dem Werk von Carl Polónyi "Heil und Zerstörung" werden am Beispiel der gesellschaftlichen Situation im Jugoslawien der 80er und frühen 90er Jahre untersucht, warum Menschen begeistert Krieg führen, obwohl sie die verheerenden Folgen eines Bürgerkriegs für den eigenen Lebensbereich kennen. Diese insbesondere sozialpsychologisch hochinteressante Untersuchung nationaler Mythen und Motive beleuchtet die gesellschaftliche Situation, die zu Konflikten führt und ergänzt damit hervorragend die juristischen Ansätze unseres Friedensforschungsprogramms. Dr. Volker Schwarz
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